Nachtrag zum letzten Posting (und nettes Goodie von TUMBLR)

Nachtrag zum letzten Posting (und nettes Goodie von TUMBLR)

(Quelle: assets)

posted Vor 1 Monat on März 11th, 2014 at 16:37 /
tags: 500 posts tumblr milestone
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D-Day – a.k.a. Fuckyeah, 500!

Der fünfhundertste Eintrag hier im Tumblr, Gelegenheit für einen kurzen Blick zurück: oben seht ihr die Bilder zu Posting Nummer 100, 200, 300 und 400. Als da waren:

100 pp (a.k.a. Ein Mann namens Parker)

Cologne Veggie Burger (a.k.a. Rievkooche von d’r Bud)

Agitprop, Teil 3…

Filmtip “zwischen den Jahren”, 2. Teil

Einmal Wein, einmal Food, eine Lese- und eine Filmempfehlung. Ausgewogener hätte ich das auch nicht inszenieren können. Was sonst zu sagen wäre, steht in diesem kleinen Absatz, den ich schon zu Posting #100 schrieb:

Ein Wort noch zu Euch da draußen: Das stete und nette Feedback in den Kommentaren, die wohlwollende Aufnahme in die Blogrolls diverser von mir hochgeschätzter, verehrter und seit langem bewunderter Blogs, das Gefühl, mit seinem Tun eingebettet zu sein in ein großes Ganzes, die leise aufkeimende Hoffnung, dass aus diesem Ganzen in Zukunft vielleicht ja sogar irgendwann einmal so etwas wie eine Kraft werden könnte, die in der Lage ist, Dinge zu ändern - all das gibt mir ein großartiges Gefühl. Und macht jede Menge Lust, weiterzumachen. Auf ein großartiges Jahr 20102014: Ihr rockt!

(Note to myself: zur Feier der 500 endlich, endlich mal das lange geplante neue Template in Angriff nehmen)

posted Vor 1 Monat on März 10th, 2014 at 09:17 /
tags: 500 posts fuckyeah Jubiläen Jubiläum
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"Noodles are the star - everything else is supporting character"

The Eight Chapters of Ramen with Ivan Orkin by Nowness.

(via roitsch)

posted Vor 1 Monat on März 9th, 2014 at 11:33 via roitsch /
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© aller Bilder: Charlotte Schreiber

Küchenbesuche (a.k.a. Aus Liebe zum Kochen)

Im letzten Sommer hatte ich in meiner Küche Besuch von einem ausgesprochen interessanten Projekt: Yvonne Niewerth und Charlotte Schreiber kamen auf einen “Küchenbesuch” bei mir in Ehrenfeld vorbei, um mir beim Kochen über die Schulter zu schauen und sich gleichzeitig ein wenig mit mir zu unterhalten. 

Aus diesem Besuch – sowie 24 weiteren in ganz Europa – ist ein nun Buch entstanden. "Aus Liebe zum Kochen – Küchenbesuche bei leidenschaftlichen Foodies" heißt es und es ist vor wenigen Wochen bei Callwey erschienen. Es ist absolut großartig geworden! Aber klar, dass ich das sage, denn – KREISCH! – ich bin schließlich mit drin. Was mir sonst an dem Buch gefällt? Zum Beispiel…

  • …das ungemein vielfältige Spektrum bei der Auswahl der 25 im Buch Portraitierten.

  • …dass sich mit Künstlern wie Bompas & Parr oder Marije Vogelsang  auch Menschen darin finden, deren Arbeit in der Schnittmenge von Kunst&Design und Ernährung/Kulinarik ich über alle Maßen schätze und bewundere. 

  • …die Tatsache, dass sich im Buch auch ein guter Freund findet, dem ich mich sehr verbunden fühle.

  • …die perfekte Balance zwischen Wärme und Kühle in der Bildsprache von Charlotte Schreibers großartigen Fotos. Insbesondere die wirklich sehr, sehr schön gewordenen Portraits (ich mag sogar das Bild von mir – was nun wirklich selten vorkommt)…
  • …dass es um ein paar Ecken auch mit meiner Tätigkeit als Lehrender verbunden ist und sich gleich zwei der Menschen, die ich für ein, zwei Semester an der FH Düsseldorf auf ihrem Weg begleiten durfte, ebenfalls darin finden.

  • …wie gut unsere Küche auf den Bildern aussieht.

  • …das tief mein Herz wärmende Bild des alten, von meiner Mutter übernommenen Starmix – einst ein Hochzeitsgeschenk für meine Eltern, älter als ich selbst und immer noch regelmässig im Einsatz. Viele meiner kulinarischen Kindheitserinnerungen sind mit dem Motorengeräusch dieser Maschine verknüpft. Sie in einem Buch verewigt zu sehen, rührt mich im Tiefsten meines Inneren an.

Ich bedanke mit bei Yvonne und Charlotte dafür, dass sie mich zu so vielen tollen Menschen zwischen ihre zwei Buchdeckel gepackt haben. Ein Bestandteil dieses Projekts zu sein, erfüllt mich gleichermaßen mit Freude, Stolz und Dankbarkeit.

Mehr zum diesem Buch – natürlich inklusive der Möglichkeit, es zu bestellen – findet sich auf der Homepage von Callwey.

posted Vor 1 Monat on März 6th, 2014 at 09:47 /
tags: Bücher Aus Liebe zum Kochen
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Beerland

Noch für die nächsten 5 Tage in der Mediathek des BR: Beerland aus dem Jahre 2013 von Matt Sweetwood. Eine typische Fish-out-of-water-Doku im Stile eines Road-Movies zum Wesen der deutschen Bierkultur.

Mit dem Blick von außen gelingen dem Amerikaner auf seiner Reise durch Deutschland einige schöne Einsichten – auch, wenn sich der Film für meinen Geschmack an ein paar Stellen etwas zu sehr auf stating the obvious bzw. das Verweilen an der Oberfläche beschränkt.

Die Passage über das deutsche Reinheitsgebot beispielsweise beschränkt sich ärgerlicher- wie unnötigerweise auf den ebenso beliebten wie falschen Mythos von der so bewirkten besonderen Reinheit deutscher Biere. Schade, da hätte etwas mehr Hinterfragen dem Film noch einmal zu einer ganz andere Tiefe verholfen. Auch zum Thema Hopfen wäre – gerade für einen amerikanischen Autor – doch ein wenig mehr drin gewesen.

So ist Beerland vielleicht kein absolutes Muss – aber trotzdem kann man sich die feature length Doku gut und mit Gewinn anschauen.

(via und mit Dank an @paulfritze auf Twitter)

posted Vor 1 Monat on März 5th, 2014 at 23:42 /
tags: Beerland Sweetwood BR
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Bocuse d’Or Germany, 2014, Part 5

And the winner was… (a.k.a. verdammte Axt)

Nachdem der letzte Teller auf dem Tisch stand, war sich jeder, der die Gelegenheit hatte, alles zu probieren, einig: der Sieger kann nur Christian Krüger, Chefkoch und Inhaber des mit einem Michelin-Stern dekorierten Restaurant Axt in Mannheim lauten. Und so kam es dann auch: klar, eindeutig. mit der höchsten bisher in einer deutschen Vorausscheidung vergebenen Punktzahl (780) und mit recht deutlichem Abstand zum Zweitplatzierten, Tom Schildbach von der Landlustburg Flamersheim in Euskirchen (718 Punkte) und dem Drittplatzierten Robert Maas (660 Punkte) vom La Pôele d’Or hier in Köln.

Dass dieser Sieg mehr als in Ordnung geht, konnte man vor Ort selbst mit einem gerüttet Maß an Lokalpatriotismus nicht bestreiten. Eigentlich jeder, mit dem ich gesprochen habe, war sich in Sachen Sieger einig. Die Teller von Krüger waren durch die Bank handwerklich fehlerfrei, sie waren komplex, der Lachs im Blutwurst-Erde-mantel war gar grandios, ebenso wie der Kartoffelball mit flüssigem Kern und der -Zylinder mit der Kalbsniere. Das Plating mag zwar nicht meines gewesen sein aber es folgte erkennbar einem Konzept und verlor sich weder in Wurstigkeit noch in Chi-chi.

Aber auch bei den beiden Plätzen auf dem Treppchen teile ich das Urteil der Jury. Auch, wenn ich die beiden deutlich enger beieinander gesehen habe, als es die Punktezahl letztlich wiedergibt. Das ist vielleicht die langanhaltendste Erkenntnis, die ich aus meinem Erstbesuch eines kulinarischen Wettbewerbs gewonnen habe: dass in solch einem Wettbewerbsformat eben doch Unterschiede in einem Maß zutage treten, die es möglich machen, eine fundierte und alles andere als beliebige Reihenfolge zu erstellen. Das hätte ich vorher in der Tat so eindeutig nicht für möglich gehalten.

Möglich wurde das allerdings auch dadurch, dass sich bei Einzelelementen der diversen Kandidaten immer wieder handwerkliche Fehler kleinerer Art zeigten. Dass dies auch Köchen auf diesem Niveau noch passiert, hat mich wirklich überrascht. Klar, das ist auch dem Wettbewerbs-Situation geschuldet, in der zudem mit unbekannten Geräten in einer recht lauten Atmosphäre unter suboptimalen Bedingungen zu arbeiten ist.

Daraus folgt fast zwingend die zweite Erkenntnis zum Thema Koch-Wettbewerbe in Allgemeinen und dem Format Bocuse d’Or im Besonderen: Dass sich nämlich unter solchen Bedingungen nicht zwingend der in kulinarisch-kreativer Hinsicht beste Koch durchsetzt. Sondern der, der sowohl über das notwenige Maß an Innovation verfügt - aber eben auch über eine sehr, sehr solide und vor allem stressbelastbare handwerkliche Basis. Und vielleicht ja sogar über die konzeptionell-strategische Fähigkeit, seinen Teller von vorn herein auf solche Bedingungen hin zu planen. Was, um da nicht falsch verstanden zu werden, völlig legitime Kriterien sind. So verstanden ist der Bocuse d’Or letztlich ein Wettbewerb, in dem nicht das beste Rezept, die beste Garnitur gekürt wird. Es ist ein Wettbewerb, in dem der beste Koch gekürt wird - und dazu gehören eben auch die gerade skizzierten Fähigkeiten.

Was bleibt, ist mich nochmals bei Carmen Hillebrandt von der Metro für die Einladung zu bedanken. Wer übrigens wissen will, wie sie als reine Beobachterin den Wettbewerb erlebt hat, empfehle ich ihren Bericht im Genussblog der Metro. Vor allem aber bleibt mir natürlich, Christian Krüger am siebten und achten Mai die Daumen zu drücken. Denn dann kämpft er bei dem europäischen Vorausscheidungen im Stockholm um das Finalticket für Lyon 2015…

 Zurück zu Teil 4

posted Vor 1 Monat on Februar 23rd, 2014 at 10:54 /
tags: Bocuse d'Or
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Bocuse d’Or Germany 2014, Part 4

Fleischgang, Teil 2

Die zweite Hälfte der Fleischteller. Auch hier durch die Bank gute und solide Leistungen – und ein kulinarischer Überflieger. Aber zu dem erst später mehr. Ebenfalls sehr erfreulich: die Garung am Knochen von Heinz-Rudolf Gandelheit. Ich gehe mal davon aus, das die 8 Jury-Teller die etwas repräsentativer aussehenden Kalbs-Tranchen bekommen haben.

Im einzelnen sind auf den Bildern zu sehen:

  • Kalbsrücken mit Pilzfüllung und Farinamantel mit Pilzjus von Christian Krüger

    Pilzrinde, Pilzcreme, Pilzbrot, eingelegte Pilze

    Gehobelte Trüffelbrioche

    Kartoffelball mit flüssigem Kern und Pilzen

    Kartoffelzylinder mit Kalbsnieren

    Und Saure-Sahne-Schaum

  • Confierter Kalbsrücken von Holger Motz

    Praline von der Kalbsniere

    Barolosauce

    Steckrübenmousseline

    Pertersilienwurzelterrine

    Anna-Kartoffel

  • Gefüllter Kalbsrücken und glasierte Kalbsnieren von Heinz-Rudolf Gandelheid

    Geschenkpakete

    Weiße Rübesurprise

    Cranberr-Orangenreduktion

  • Dreimal Kalb, Rote Beete, Topinambur und Quinoa von Eric Kröber

    Haselnuss

    Brombeere

    Vanille

    Sojamilch

    Zitronenthymian

Die in Siegerpose gereckte Faust auf Bild Nr. 6 gilt übrigens nicht dem Gesamtsieg, sondern einer anderen Auszeichnung: Alexander Krug, der Erik Kröber unterstützte, wurde von der Jury  als bester Commis gekürt. In meinen Augen hätten die beiden Köche vom Sylter Gogaertchen aber auch noch eine weitere Auszeichnung verdient: nämlich die für das schönste Anrichten. Vor allem der auf dem letzten Foto abgebildete Fleischteller hatte mit Abstand das beste und zeitgemäßeste Plating, das ich auf dem Wettbewerb gesehen habe. Frei von irgendwelchem Firlefanz, einfach aber doch optisch spannungsvoll, mit schönem Farbkontrast und bei aller Gestaltung doch sehr natürlich wirkend. Sei hiermit allen notorischen Spargelspitzen-senkrecht-Stellern eindringlichst als Vorbild empfohlen.

Zum Gewinn des Gesamtwettbewerbs hat es aber nicht gereicht, auch nicht zu einen Platz auf dem Treppchen. Aber zu den Siegern mehr im fünften und letzten (versprochen – isch schwör!) Teil meiner Berichte vom goldenen Bocuse…

zurück zu Teil 3, weiter zu Teil 5

posted Vor 1 Monat on Februar 20th, 2014 at 09:21 /
tags: Bocuse d'Or
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Bocuse d’Or Germany 2014, Part 3

Fleischgang, Teil 1

Bocuse d’Or, die dritte. Diesmal dominieren die fleischlichen Vorgaben Kalbsrücken und -Nieren die Teller. Eine als Herausforderung ziemlich geschickt gewählte Kombination, wie ich finde. Einerseits der fast alltägliche, fast zum Banalen neigende Kalbsrücken – gerade deswegen dann doch eine Herausforderung für den Koch – und andererseits die deutlich seltener anzutreffenden Nierchen, die für Köche dieses Niveaus ebenfalls kein allzu großes Problem darstellen sollten, aber den Teller der  Beliebigkeit entreißen (man ganz abgesehen von Wirkung als kleiner Appell, öfter Innereien auf die Karte zu packen).

Die Beiträg der ersten vier Kandidaten – wie zuvor beim Fisch in der Reihenfolge 1, 3, 2, 4 – waren:

  • Dialog vom Kalb von Ralf Möller-Wickenkamp

    Gekrusteter Rücken

    Carpaccio von Niere

    Traubenkernjus

    Vanillemöhrchen

    Kartoffel-Apfelpüree

  • Kalbsroulade von Rücken und Niere von Lukas Ben Schröder

    Bindche-Kartoffeln

    und Blumenkohlrisotto

  • Rosa Kalbsnieren Braten von Tobias Schlimbach

    Kalbsrücken

    Kalbsnieren

    Kartoffelschaum

    Rote Beete

    Rosenkohl (anscheinend ausgetauscht)

    Piinenkerne

  • Kalbsrücken und Kalbsnieren mit Chardonnayessig-Sauce von Robert Maas

    Gespickter Kalbsrücken

    Brioche-Nierenfettkruste

    Kalbsnierenbraten  und Pastete von confierten Kalbsnieren

    Chardonnayessig-Sauce, Kapernpulver, Kapernbeeren

    Praline von gebackenen Sellerie, Sellerietörtchen

Bei der Präsentation reichte das Spektrum sowohl beim Plating auf den Tellern als auch zuvor beim Anrichten auf Platten (bei Wettbewerben eine traditionelle Präsentationsform) von eher bäuerlich-einfacher Kargheit bis hin zu höchst verspielt-kleinteilig gefüllten Schieferplatten (bei der Gelegenheit: bin ich eigentlich der Einzige, der – Käse einmal ausgenommen – Essen darauf/davon stets ein wenig I-Bäh findet?).

Für mich am Interessantesten: wie weit im direkten Vergleich die Spanne beim Verständnis von “perfekt rosa” bei der Gärung des Rückens auf den einzelnen Tellern reichte. Vielleicht war’s zum Teil dann auch eher der unbekannte Ofen in zudem recht stressiger Wettbewerbs-Atmo, der für bisweilen grenzwertige Garungsergebnisse sorgte – aber bei wenigstens einem Teller wären empfindlichere Gemüter geneigt gewesen, den Service für eine kurze Nachgarung mit dem Teller zurück in die Küche zu schicken.

So oder so: die bemerkenswerteste Leistung auf den oben abgebildeten Teller war für mich aber ohnehin keines der Fleischstücke. Sondern die wirklich tolle Beete-Spähre von Tobias Schimbach auf Bild 4. Ein kleines hocharomatisches Wunderwerk, dass nach Anschnitt ähnlich der allseits bekannten Schokotorte mit flüssigem Kern einem intensiv fruchtigen, seine erdig-beetige Herkunft dabei aber nicht verleugnenden, dickflüssigen dunkelroten Aromen-Strom den Weg freigab. Nicht nur ein toller Effekt, sondern auch eine aromatisch perfekte Begleitung zum gefüllten Kalbsrücken.

(Für die nach wie vor Mitratenden: unter den Bildern oben befinden sich die Teller des Zweit- und Drittplatzierten des Wettbewerbs…)

zurück zu Teil 2, weiter zu Teil 4

posted Vor 2 Monaten on Februar 19th, 2014 at 08:41 /
tags: Bocuse d'Or
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Bocuse d’Or Germany 2014, Part 2

Fischgang, Teil 2

Wie schon erwähnt: der Bocuse d’Or ist ein Wettbewerb. Und dessen Regeln sind ebenso klar wie einfach: Exakt 5 Stunden und 30 Minuten Zeit haben die Kandidaten Zeit, einen Fisch und einen Fleischgang für 14 Personen (Jury und einige wenige dankbare Beobachter) auf den Tisch zu bringen. Die Hauptprodukte wie das Fleisch –  in diesem Jahr norwegischer Bömlo Lachs sowie Kalbsrücken und -Niere – sind vorgeben. Dazu kann dann frei ergänzt werden. Entweder aus der Liste der vom Sponsor zur Verfügung gestellten Produkte oder aber mit selbst Mitgebrachtem. Vorbereitetes ist nicht erlaubt – einzige Ausnahme: nicht geschnittene, rohe, aber gesäuberte und gepellte Gemüse sowie Grundsaucen (für alle, die es noch genauer wissen wollen geht’s hier zum PDF mit den Wettbewerbs-Statuten und -Regeln).

Erfreuliches Detail des Wettbewerbs: auch der beste Jungkoch wird von der Jury ausgezeichnet: Jeder Bewerber darf nämlich zur Unterstützung einen Commis seiner Wahl mitbringen. Damit e sich auch wirklich um einen Commis und nicht etwa um den als Hilfe getarnten Sous handelt, ist das Alter der helfenden Hand auf 21 Jahre begrenzt (zum Zeitpunkt der Vorausscheidung).

Aber nun zur zweiten Hälfte der Wettbewerbsteller in Sachen Fisch. In der Reihenfolge des Serviert-Werdens (Links führen wie gehabt zu den Wirkungsstätten der Kandidaten):

  • Bömlo Lachs im Blutwurst-Erde-Mantel
    von Christian Krüger

    Limetten-Lachs-Ravioli, Lachskaviar

    Linsengemüse, gestocktes Eiweiß, Zwiebeltapioka

    Kapern-Rosinen-Vinaigrette

    Eigelb in Traubenkernöl gegart

    Eigelbcreme

  • Röllchen vom Bömlo Lachs 58°
    von Holger Motz:

    Flusskrebssauce mit Tonkabone

    Sanddorn-Risotto in der Norialge

    warmes, geliertes Flusskrebstörtchen

    gelbe Beete und geräucherter Fenchel

  • Tranche vom Bömlo Lachs in der Sesamkruste
    von Heinz-Rudolf Gandelheid:

    Tempura vom Bömlo Lachs

    Parmesanrisotto

    Gebratene Dillgurken

    Sake-Dijonsenfsauce

  • Bömlo Lachs, Gurke und Apfel
    von Eric Kröber

    Hanfsaat

    Yuzu

    Dashibrühe

    Queller

    Miso

Zeit für ein kurzes Zwischenfazit: das Niveau war insgesamt wie erwartet recht hoch, wenn auch von Perfektion doch noch ein gutes Stück entfernt. “Front-Cooking” in der normierten 3x6meter-Messebox ist eben doch nicht die perfekte Umgebung für absolute Fehlerfreiheit. Asiatisiertes wird nach wie vor gern genommen, ein paar regionale Spritzer (Grünkohl, Sanddorn, Dillgurken) finden sich ebenfalls. Das Plating reicht von kleinteilig verspielt mit gelegentlichen Ausflügen zum Firlefanz (so schön der Teller sonst war, wer zum Teufel will heute noch Blattgold auf dem Teller sehen?) bis zur straighten Klarheit.

Ich hatte viele gute einzelne Bissen und Aromen während des Verkostens, als Teller überzeugt hat mich aber eigentlich nur einer: nämlich der des späteren Gesamtsiegers. Er befindet sich übrigens auf einem der Bildern oben. Mehr wird allerdings jetzt noch nicht verraten…

zurück Teil 1, weiter Teil 3 

posted Vor 2 Monaten on Februar 16th, 2014 at 12:37 /
tags: Bocuse d'Or
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Bocuse d’Or Gemany 2014, Part 1

Fischgang, Teil 1

Schon wieder rund 1 1/2 Wochen ist es her, dass ich die Ehre hatte, an den deutschen Vorausscheidungen zum Bocuse d’Or, dem, wie das Programmheft nicht ohne Selbstbewusstsein formuliert, “renommiertesten Kochwettbewerb der Welt” als Beobachter teilzunehmen.

Eingeladen dazu hatte mich Carmen Hillebrand von der METRO – und das auch noch an einen ganz besonderen Tisch. Denn diesem Jahr kochten die Kandidaten erstmals nicht ausschließlich nur für die Jury, sondern auch für einige wenige, ausgewählte Gäste, die ebenfalls Gelegenheit bekamen, die Wettbewerbsbeiträge zu verkosten.

Deshalb musste ich trotz der längeren Anreise von Köln nicht lange überlegen, als Carmen mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, am Sonntag nach Stuttgart zu Messe zu kommen. Zumal ich mir schon seit längerer Zeit mal einen Kochwettbewerb aus der Nähe anschauen wollte. Nicht zuletzt, weil ich bisher fand, dass die Elemente “sportlicher Wettbewerb” und “höhere Kochkunst und Kulinarik” nun nicht unbedingt das allerharmonischste Begriffspaar bilden. Ich für meinen Teil habe jedenfalls bisher etwas wie die “Nationalmannschaft der Köche” nie ohne eine gewisse, mild amüsierte Skepsis zu Kenntnis genommen. 

Hat sich meine Sicht auf Kochwettbewerbe mit dem Besuch der Bocuse d’Or Ausscheidung verändert? Ja, das hat sie – soviel vorab. Wie genau, dazu mehr im Fazit dieser kleinen, voraussichtlich 4teiligen Reihe.

Jetzt erstmal zu den ersten 4 Kandidaten und ihren Fischtellern. Oben auf den Bildern finden sich aus fotodramaturgischen Gründen in der Reihenfolge 1, 3, 2, 4 des Serviert-Werdens (die Links hinter den Namen führen zur jeweils aktuellen Wirkungsstätte):

  • Zweierlei vom Bömlo Lachs
    von Ralf Möller-Wickenkamp:

    Lachs Strudel

    Roulade vom Steinbutt & Bomlö Lachs

    Pernodschaum

    Grünkohl

    Rosmarinpolenta

  • Bömlo-Lach im Mangoldmantel gegart
    von Lukas Ben Schröder:

    weißes Zwiebelpüree

    Kartoffel-Olivenroulade

    Rote Beete Cappuccino

    Kartoffelbutter

  • Lauwarmer Bömlo Lachs
    von Tobias Schlimbach:

    Krustentier

    Orange

    Basilikum

    Violette Kartoffeln

    Wild Kräuter

  • Bömlo Lachs mit Schalotten und Freiland-Ei
    von Robert Maas

    Lachs in Schalotten-Aspik

    Ananas-gebeizter Lachs

    Röstlachsmouse

    Ofenschalotte

    gebeiztes Eigelb

    Schalotten- und Lachsknusper


Auf detaillierte Einzelkritik eines jeden Tellers muss ich leider verzichten - das Tempo, mit dem die über 2 Stunden bei uns aufschlugen (denn im Gegensatz zur zweigeteilten Jury bekamen wir sowohl aller Fisch- als auch alle Fleischteller zu verkosten) machte eine intensivere Beschäftigung mit den einzelnen Beiträgen praktisch unmöglich.

Aber trotzdem warn sich am Ende alle am Tisch (und nicht nur dort) darüber einig, wer aus dieser Vorausscheidung als Sieger hervorgehen und zur europäischen Qualifikation nach Stockholm fahren sollte. Ob es dann tatsächlich auch so kam - auch dazu erst mehr im Fazit des letzten Teils.

Weiter zu Teil 2

posted Vor 2 Monaten on Februar 13th, 2014 at 22:40 /
tags: Bocuse d'Or
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