donostia-memories, part 7 (a.k.a “best of pintxos”)

As I said before: there are a lot of great places for having Pinxtos in Donostia/San Sebastian. In fact, I hadn’t a bad one in five days. All were good, most even great and some… well, just unbelievablely awesome.

Because of the large number of Pintxo-Bars, I strongly recommend to do some research before. Best site on the interwebs for this purpose: todopintxos.com. They list 174 different Places, a lot of them with a recommended “Signature”-Pintxo and they even have some suggestions for whole Pintxos-Routes

For those who want to take a shortcut here three of my favorites (besides the Bar Zeruko) where mostly all of the pics above were taken: La Cuchara de San Telmo (run by former Arzak-chefs, great foie), Bar Txepetxa (specialized in Anchovi-Pintxos) and  A Fuego Negro (Modernist, not only great food but also a decent choice of Gin&Tonic’s).

Finally I strongly recommend the 10 golden Pintxo rules from PintxoBoy in San Sebastian.

posted Vor 1 Monat on April 18th, 2013 at 09:06 /
tags: Donostia San Sebastian Foodtrips Foodcamp Pintxo Pintxos
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donostia-memories, part 6 (a.k.a “la hoguera”)

Well, it’s ain’t over till it’s over, isn’t it? Part 6 of my San Sebastian recaps, specially featuring one of the best places regarding Pintxos (which is how they call tapas over there), Bar Zeruko.

Of course there are a lot more great pintxo-bars. But this is the one where I ate “La Hoguera”, the dish on the first pic. A piece of raw cod, placed on a grid with some burning charcoal with rosemary. “Smoke your own”, so to say. Fills the air around you instantly whith a smell of burning herbs. And gets you in taste and flavour an awesome piece of fish as well.

If you want to learn more about one of Donostia/San Sebastians most interesting pintxo-bars, I recommend the excellent post from PintxoBoy with lots of awesome pictures. And of course todopintxos, which is the ultimate place to prepare every pinxtos-tour in Donostia/San Sebastian. And where “La Hoguera” is one of the best rated Pintxos overall.

t.b.c…

posted Vor 1 Monat on April 16th, 2013 at 10:03 /
tags: Donostia San Sebastian Foodtrips Foodcamp Pintxo Pintxos
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Meetup, die Zweite

Wie schon beim 1. Mal: 2 Referenten berichten kurz von interessanten Themen, danach Zeit und Gelegenheit, um am Thema Essen&Trinken Interessierte aus der Region kennenzulernen.

Nächsten Dienstag, den 16. April, im Marien-Eck in Ehrenfeld. Anmeldung und alles weitere hier

posted Vor 1 Monat on April 11th, 2013 at 09:34 /
tags: Marien-Eck Food Meetup
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donostia memories, part 5 (best. steak. ever.)

OK, kommen wir zum Finale meiner kleinen, dreiteiligen (Teil 1, Teil 2) Etxebarri-Serie. Es folgen Fisch, Fleisch, Vordessert und Dessert:

Auf die im Tasting-Menue als Fisch-Gang offerierten Baby-Aale haben wir aus Gewissens- und Nachhaltigkeitsgründen verzichtet. Stattdessen hatten wir nach Absprache mit dem Service darum gebeten, sie durch den Steinbutt von der Karte zu ersetzen. Dies in der Erwartung, auf dem Teller dann ein Stückchen Filet vorzufinden.  Aber was uns – wir waren drei Personen – stattdessen serviert wurde, war ein im ganzen zubereiteter, fangfrischer Steinbutt von schätzungsweise mindestens zwei bis zweieinhalb Kilogramm. Allein dessen Bäckchen (oder besser: Backen - oben auf den Bild noch zu erkennen) wären in jedem Zwei bis Drei-Sterner als vollwertige Portion durchgegangen. Outstanding. Und zwar nicht nur in Sachen Reichhaltigkeit.

Dann folgte schlicht und einfach das beste Steak, das ich bisher in meinem Leben gegessen habe. Kuhkotelett von einem 14 Jahre (!) alten Tier, am Knochen gereift für mindestens 90 Tage. Perfekt in der Konstistenz, von dichtem, intensiven Geschmack und großer Länge am Gaumen. Fast, wie bei einem alten, perfekt gereiften Wein. Unbeschreiblich. Just awesome. Eigentlich nnötig, den perfekten Garungsgrad zu erwähnen. Bermerkenswert aber doch insofern, als dass dieses Verständnis von “medium raw” in Deutschland wohl in mind. 30% der Fälle zu Reklamationen und Nachgarungs-Aufforderungen führen würde. 

Als Vor-Dessert gab es ein halbflüssiges Blutorangen-Sorbet (im Menue als “Smoothie” bezeichnet), nicht im Bild sind “fried cream” und Mignadise. Stattdessem die großartige ”reduced milk ice cream with red fruit infusion”. Die Milch wurde anscheinend ebenfalls auf dem Holzkohlengrill reduziert und war so ebenfalls mit einem Hauch von Grillaroma parfümiert, dass sich mit den roten Früchten der Infusion zu einem hochkomplexen Gesamtbild vereinigte.

Das Fazit? Dass das Etxebarri einen Besuch mehr als lohnt, hatte ich ja schon in Teil 2 geschrieben. Hier bleibt mir nur noch die Anmerkung, dass die oft beschriebene “abgeschiedene” Lage in den Bergen eher dem Romantizismus-Bedürfnis der Berichterstatter denn den Tatsachen geschuldet ist. Das Restaurant liegt zwar tatsächlich landschaftlich sehr schön, aber doch nur eine 15€-Taxifahrt (die meiste Zeit davon durch Suburbia-Industriegebiete) von einem von Bilbao (näher) und San Sebastián gleichermaßen gut zu erreichenden Provinzbahnhof entfernt. Einziger Haken: die an sich spottbillige (≤ 3€), durch wild-romatische Täler des Baskenlandes führende Fahrt dauert rund zwei Stunden. Mit dem Taxi geht es für rund 120 € in weniger als der Hälfte der Zeit von/nach San Sebastian. Der Gastraum ist eher unspektakulär. Er verharrt irgendwo seltsam Unentschlossen auf halben Wege zwischen der Rustikalität eines Landgasthofs und der großen Tafel eines Spitzenrestaurants. Atmosphärisch unbedingt erwähnenswert aber die muntere Kartenspieltruppe älterer Damen und Herren, die im Erdgeschoss neben der Bartheke ziemlich lebhaft ihrem Hobby fröhnt

Eine kurze Anmerkung zum Service. Der ist herzlich und engagiert - gemessen an deutschen oder französischen Maßstäben aber doch eher leger. Wer eine ähnliche Perfektion wie auf den Tellern auch in diesem Bereich erwartet, wird unter Umständen enttäuscht sein. Ich habe beispielsweise absolut kein Problem damit, mir meinen Wein oder mein Wasser selbst nachzuschenken – im Gegenteil. In einen eher klassischen Verständnis von Spitzenrestaurants bedingt es aber zwangsläufig leichte Abzüge in der B-Note.

Was mich natürlich nicht davon abhält, hier zum Abschluss noch einmal entschieden zum Besuch des Extebarri aufzurufen. Gerade jetzt, so kurz vor dem allgegenwärtigen “Angrillen” kann eine kleine Lektion in Demut nicht schaden…

(zurück zu Teil 1, Teil 2)

posted Vor 1 Monat on April 7th, 2013 at 10:51 /
tags: Etxebarri Donostia San Sebastian Foodtrips Foodcamp
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Fast schade, dass ich meinen Kaffee prinzipiell ohne Rindsmilch zu mir nehme…

(via storyboard)

posted Vor 1 Monat on April 4th, 2013 at 17:21 via storyboard /
tags: Storyboard Kaffee Coffee
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donostia memories, part 4

Weiter geht’s mit dem Etxebarri-Tasting-Menue (tut mir leid, da müsst ihr jetzt durch). Auf den Bildern seht ihr:

- Baby-Oktopus mit eigener Tinte und karamelisierten Zwiebeln
- Ei mit schwarzen Trüffeln (Perigord)
- Tartar von frischer Chorizo
- Märzschneckling (Schneepilze) in Fond

Die mit dem Extebarri untrennbar verbundene Zubereitung in Kombination mit wirklich herausragender Produktqualität sorgt für großartige Teller. In dieser Reihe besonders erwähnenswert: das auf einer gedörrten Polenta-Schnitte gereichte Chorizo-Tatar, das kräftiges Umami mit pikanter Paprika-Note und seidig-zarter Konsistenz perfekt vermählt. Dicht, intensiv und un-glau-lich großartig.

Ich gebe offen und ehrlich zu: ich war zwar einerseits sehr neugierig auf das Etxebarri, gleichzeitig aber auch ein wenig besorgt, ob das Konzept, wirklich ausnahmslos alle Speisen über Holzkohlenfeuer (mit selbst hergestellter Holzkohle btw) zu bereiten, wirklich ein ganzes Menue lang trägt. Man könnte auch sagen: ich war skeptisch. Zu ambitioniert oder gewollt gar das Vorhaben, zu präsent der kreativkulinarische Schrecken, den Vereinigungen wie “Grillsport”-Vereine in deutschen Kleingärten mit ihrem selbst zusammengerührten Barbecue-Saucen verbreiten. Andererseits habe ich einfach Faible für die mit dieser Garungstechnik entstehenden Aromen und außerdem: Männer!Feuer! Rauch! Ihr kennt das.

Und soviel kann ich auch schon vor dem letzten Teil sagen: Victor Arguinzoniz hat in den 23 Jahren, die das Etxebarri jetzt existiert, eine Finesse und Brillanz im Umgang mit dem Holzkohlengrill entwickelt, die diesen Ort meilenweit über das erhebt, was man normalerweise mit der Bezeichnung “Grill” verbindet. Kurzum: Der Besuch dort ist eine höchst empfehlenswerte und eindringliche Erfahrung. Wer in der Nähe von Bilbao oder San Sebastian ist, sollte eine Reservierung ernsthaft in Erwägung ziehen. 

t.b.c…

(zurück zu Teil 1, weiter zu Teil 3)

posted Vor 1 Monat on April 4th, 2013 at 11:48 /
tags: Foodtrips Foodcamp Donostia San Sebastian Etxebarri
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donostia memories, part 3 (a.k.a Etxebarri Tasting Menue)

Ich hatte es ja angedroht, ein paar Schwärmereien zum Foodcamp San Sebastian müsst ihr noch ertragen. Heute der erste Teil mit Bildern aus dem Extebarri.

Nicht im Bild die Amuse Bouche. Das waren im einzelnen:

- Lauchfond
- geaschte Ziegenbutter
- Morzarella
- Chorizo vom Eichelschwein
- Anchovis auf geröstetem Brot

(Alles, auch die Morzarella und die Anchovis, aus eigener Produktion, alles von beeindruckender Qualität)

Auf den Bildern dann die ersten drei regulären Gänge*:

- Percebes (Entenmuscheln)
- Auster mit Seegras
- Seegurke mit jungen Saubohnen

Alles großartig und auf den Punkt. Primus inter pares und am beeindruckendsten für mich aber sicherlich die Entenmuscheln, die ich zum ersten Mal gegessen habe. Ein kleiner, hocharomatischer Genuss. Zum Schluss im Bild: der eigens konstruierte Topf, um die Austern ebenfalls auf dem Grillfeuer garen zu können. Denn, wie wir ja alle wissen: Alles wird im Extebarri auf offenem Holzkohlenfeuer bereitet…

t.b.c…

(weiter zu Teil 2, Teil 3)

posted Vor 1 Monat on April 3rd, 2013 at 08:02 /
tags: Donostia San Sebastian Extebarri Foodtrips
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Prowein Shortlist (a.k.a. same procedure as every year)

Bevor es hier mit ein paar Einträgen zum Foodcamp San Sebastian weitergeht (2 bis 3 Posts wird’s dazu noch geben, da müsst ihr Daheimgebliebenen durch), ein paar Worte zu meinem Prowein-Besuch am Montag.

Erste Station, wie immmer: die Verkostung der Union des Grands Crus de Bordeaux. Diesmal inklusive Pape Clement 2010 mit seinen 100 Parker Punkten. Ein großer Wein, ganz ohne Frage. Aber 100 PP? Nun ja. So ganz wollte sich mir die hymnische Bewertung nicht erschließen. Wirklich begeistert dagegen hat mich der rare Pape Clement Blanc. Ein toller, dichter und ungemein intensiver Wein mit nahezu perfekt dosierten Holzeinsatz.

Und genau wie im letzten Jahr gab es auch diesmal eine Entdeckung abseits der ausgetrampelten Pfade: Chateau Canon (Achtung: und nicht …la Gaffeliere) hat einen jetzt schon sehr zugänglichen, recht dichten und von viel süßer Frucht und geschmeidigen Taninen geprägten 2010er auf die Flasche gebracht hat. Von Parker IMHO klar unterbewertet und gerade deshalb eine echte PLV-Empfehlung.

Vom Monstrum namens Prowein lamentierte ja schon im Vorfeld nahezu das gesamte deutsprachig weintrinkende Internet. Und in der Tat: Jedes Jahr mehr besuchenswerte Veranstaltungen, mehr Einladungen, mehr Stände, Winzer, Weine. Selbst wenn man alle Messetage nutzte - es wäre immer zu viel von allem.

Weshalb es von mir nur ein paar beim unbeschwerten Flanieren durch die Messehallen gesammelte Eindrücke gibt. Wie zum Beispiel diesen hier: Fuckyeah: Txakoli!

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(Klick aufs Bild führt zur Gutshomepage)

Der beste Ort, um diesen Wein zu trinken, dürfte vermutlich das Zeruko in San Sebastian sein (Details dazu in einem der kommenden Postings). Der zweitbeste war mir am Montag die Prowein. Nicht zuletzt wegen der großartigen Anchovis als i-Tüpfelchen. Für einen kurzen Moment war ich mitten auf der Messe noch einmal zurück nach Donostia/San Sebastian. Danke, Benjamín Rozzi, für diesen wunderbaren kurzen Biskaya-Flashback.

Gemacht wird der K5, wie alle Txakoli, zu 100% aus der baskischen Rebsorte schlechthin: Hondarribi Zuri. In aller Regel liefert diese frische, säurebetonte Sommerweine mit deutlichem Kohlensäure-Gehalt, die im ersten Jahr ihrer Füllung getrunken werden sollten. Auch dieser hier hat stolze 8,5 g Säure und einen pH-Wert von Knapp über drei. Trotzdem ist er “slightly different”. Eine erhöhte Maischestandzeit sorgt für etwas mehr Substanz, eine gewisse Tiefe und eine auf 2-3 Jahre erhöhte Alterungsfähigkeit. 

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Die Entdeckung meines Besuchs waren aber die Blanquette de Limoux von Rives-Blanques und Antech. IAn dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Katia für die Empfehlung.

Ich mag die alte, im Südwesten verbreitete Rebsorte Mauzac ohnehin sehr – in Schaumweinen, wo ihr unverkennbare Aromatik nach hochreifen Äpfeln perfekt zu Geltung kommt, finde ich sie nahezu unwiderstehlich. Der Blanquette von Rives-Blanques hat es mir dabei so angetan, dass von ihm an dieser Stelle vielleicht noch einmal zu lesen sein wird – jedenfalls, wenn die Dinge in die trockenen Tücher kommen, die ich mir im Moment vorstelle.

Die folgende “Masterclass”, ein vielleicht doch eine Spur zu euphorisch bezeichnetes Tasting neuseeländischer Pinots, lieferte quer über beide Inseln 7 blitzsauber gemachte und angenehm zu trinkende rote Burgunder. Meine Favorit war – neben dem Quartz Reef, der mir schon auf der Buchmesse angenehm aufgefallen war – der kräftig-konzentrierte Felton Road “Block 3”.

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Am neuseeländischen Gemeinschaftsstand habe ich dann noch die Gelegenheit genutzt, den ebenfalls von der Buchmesse her bekannten Syrah (sic!) von Elephant Hill ein weiteres Mal zu verkosten. Und auch diesmal: ein deutliches Aroma von weißem Pfeffer, dazu viel dunkelrote Frucht und eine straffe Säure. Ein ganz buchstälich überraschend feiner Wein, der mit dem, was normalerweise aus der neuen Welt kommt, nichts zu tun hat. Hätte ich nicht schon einen anderen Wein für die Syrah-Weinrallye für die Syrah-Wine-Rallye auserkoren, dieser hier wäre ebenfalls ein würdiger Vertreter gewesen.

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Kurz darauf dann eine weitere Begegnung aus der neuen Welt - diesmal aber mit alten Bekannten. Nämlich mit den Pinots von Archery Summit. Martin Kössler von K&U hatte mir vor langen, langen Jahren einmal ein Probenpaket mit amerikanischen Pinots zusammengestellt – einer meiner absoluten Lieblinge aus der Box: eben Archery Summit aus Oregon, deren dichte und tiefe, sehr intensive Pinots das Kunststück fertigbringen, viel Frucht in die Flasche , ohne sich in vordergründiger Gefälligkeit zu erschöpfen. Präsentiert wurden die Weine übrigens mit herzlich-natürlichem Charme von Anna Matzinger, der Winemakerin bei Achery Summit.

Ein perfekter Abschluss eines von interessanten Entdeckungen abseits des Mainstreams geprägten Prowein-Tages. Und das nächste Jahr, soviel ist klar, werde ich mir wenn es denn irgend möglich ist, wenigstens zwei Tage für die Messe reservieren…

posted Vor 1 Monat on April 2nd, 2013 at 11:28 /
tags: Prowein Messe Düsseldorf UGCB
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Ein “Cool-Climate”-Syrah aus der Pfalz

Weil das Thema mich wirklich interessiert und ich sonst nicht dazu käme, überhaupt an der Weinrallye #61 teilzunehmen, vor allem aber, weil der Wein, von dessen Verkostung im Folgenden berichtet werden wird, mich tief und nachhaltig beeindruckt hat, erlaube ich mir ausnahmsweise, einen alten Beitrag bei den Glasklaren Gefühlen hier in Allem Anfang… noch einmal zu posten.

Um einen Syrah aus Deutschland soll es im Folgenden gehen. Der Klimawandel macht’s möglich: auch in Deutschland liefert der Syrah inzwischen höchst respektable Ergebnisse. Und dazu muss man sich nocht nicht einmal auf das nomimal wärmste der deutschen Anbaugebiete - Baden – beschränken. Obwohl auch dort mit dem Japis und dem Gestad vom von mir hochgeschätzen Hanspeter Ziereisen Hochrespektables zur Verfügung gestanden hätte, habe ich mich für einen Wein aus der Pfalz entschieden. Genauer gesagt für ein Gewächs vom in Sachen Rebsorten ohnehin höchst umtriebigen Weingut Knipser, das Syrah schon seit 1993 im Versuchsanbau hat. Bei der vorliegenden Flasche handelt es sich – das fast schamhaft in 7 Punkt auf dem Etikett versteckt – um eine veritable Auslese.

Kurz nach dem Öffnen…

Ein erster Schluck nach dem Ziehen des Korkens: kein TCA, angesichts der immerhin rund 40 Euro, die der Wein gekostet hat, eine gewisse Erleichterung. Viel Säure ist da, viel dunkle Frucht und jene deutliche Note von weißem Pfeffer, die ich mit keiner Rebsorte so stark verbinde, wie mit Syrahs aus (relativ) kühleren Regionen (Veltliner und ihr “Pfefferl” sind ein anderes Thema). Aber angesichts von 18 bis 20 Monaten Ausbau in gebrauchtem Barrique und seiner (für einen Syrah) extremen Jugend wird der Wein erst einmal in die Karaffe dekantiert und kommt danach wieder zurück in die Flasche.

3 Stunden später:

Wow! Der Wein beginnt sich zu öffnen. Das Holz war auch schon beim ersten Probieren gut integriert, aber jetzt gesellt sich zu dem schon erwähnen Syrah-Pfeffer und einer gewissen kühl mineralischen Note mehr und mehr Frucht. Vor allem schwarze Johannisbeere ist da, begleitet von etwas Sauerkirsche. Ein bunter Korb voller Früchte, ab und an kullert eine einzelne Heidelbeere hervor, die ganz kurz durch etwas Pflaumenmus gerollt ist. All diese Früchte liegen in einem großen Korb, der sorgsam mit samtweichem, frisch gegerbtem und allerfeinsten Leder ausgekleidet wurde und zum krönenenden Abschluß bestäubt mit feinstgemahlenem Gestein. Der Wein besitzt eine Mineralität, die ihm ein wirklich abgründige Tiefe verleiht.

Zwei Dinge scheinen mir jetzt schon ganz besonders bemerkenswert: Die 14% Alkohol sind – jedenfalls bei den 16° C Trinktemperatur, auf die ich den Wein hinuntergekühlt habe – praktisch nicht zu spüren. Und da ist auch überhaupt nichts Breites oder Marmeladiges, wie so oft bei Weinen dieser Rebsorte aus südlicheren Gefilden. Klar, kein Wunder, denke ich – ist ja auch ein “Cool Climate” Syrah. Dann fällt mir Punkt zwei auf: Denn was diesem Wein auch völlig abgeht, sind die bei Syrahs von der nördlichen Rhone auch bei Spitzenwein-Erzeugern auf regional-folklorehaft vorhandenen Töne von Bret. Ja, da ist zwar der rebsortentypische Ton von Leder. Aber der ist eben blitzsauber. Nichts animalisch-schweißiges, kein Pferdesattel, keine nassen Hunde oder mit welchen Analogien die Weinsprache auch sonst immer Töne zu beschreiben versuchen mag, die in meinen Augen auf nichts anderes als auf Schlamperei im Keller zurückzuführen sind. Oft hört man dann, dass dies so sein müsse, den Weinen weitere zusätzliche Tiefe verleihe, die animalischen Töne zu regionaler Typizität und Terroir gehörten. Dieser Wein hier zeigt, was von derlei Reden zu halten ist – es ist da Geschwätz von Leuten, die ein ernsthaftes bakteriologisches Problem im Keller durch vinologisches Geschwurbel schönzureden versuchen.

Ich freue mich jetzt schon auf morgen, wenn ich den Wein nach 24 Stunden Sauerstoff-Kontakt noch einmal probieren werde…

24 Stunden später:

Ein Eifelmaar, ach was, der Mariannengraben voller schwarzer Johannisbeeren. Jede einzelne davon mit Pflaumenmus und feinem Granitstaub glattpoliert. Wobei bei genaueren Hinsehen, jede zwanzigste Beere hat sich als Johannisbeere verkleidet. Merkt man kaum. Aber wenn man genau hinsieht, erkennt man die Hollunder-Racker eben doch. Genau, wie die drei Heidelbeeren, die sich im Glas versteckt haben. Hach, macht dieser Wein jetzt Spaß. Und immer noch ist von den 14% Alkohol kaum etwas zu spüren. Stattdessen jede Menge frische und angenehme Säure. Lang ist er jetzt übrigens auch. Oder besser: länger. Denn eine gute Länge hatte er schon am Anfang…

48 Stunden später:

Die Johannisbeeren befinden sich inzwischen auf dem Rückzug. Da ist zwar immer noch Frucht, aber die geht jetzt eher in Richtung Holunder. Dafür kommen jetzt die mineralischen Töne des Weines wieder besser zum Vorschein. Und auch dieses samtweiche frischgegerbte Leder, mit dem das Glas poliert scheinbar poliert wurde, ist jetzt wieder wahrnehmbar. Gut, die Frucht befindet sich zwar jetzt auf dem Rückzug – aber von Müdigkeit ist der Wein weit entfernt. Er ist immer noch von großer Tiefe und hoher Komplexität. Nicht schmeichelnd, sondern Aufmerksamkeit und Konzentration fordernd. Ein Wein wie ein Dietmar-Dath-Essay – oder einer zum Lesen eines solchen…

72 Stunden später:

In der Nase findet sich nur noch etwas Pflaumenkompott – moderat winterlich gewürzt. Dazu – oder besser: anstelle von – kommt jetzt tiefe und sehr komplexe Kräutermischung. Thymian, Zitronenthymian und Rosmarin vor allem, aber auch ein paar Petersilienblätter und etwas Kerbel blitzen hervor. All das geht mit Hauptaroma “Weißer Pfeffer” eine innig und untrennbare Verbindung ein. So ungefähr, stelle ich mir vor, müsste Bouquet Garni aus dem Noma schmecken. Nicht vordergründig aufdringlich, sondern von fast kühler Eleganz. Kennt ihr das, wenn unter der Leitung eines Spitzendirigenten ein wirklich gutes symphonisches Orchester in seinen großen Momenten in den Tutti zu einem einzigen und gleichzeitig fast unendlich komplexen Eindruck verschmilzt? Und das nicht laut oder polternd sondern mit fast spährischer Eleganz? Genau soetwas habe ich gerade im Glas…

Ein kurzes Fazit zum Schluss:

Obwohl der Wein auch nach drei Tagen weit davon entfernt ist, am Ende zu sein, werde ich den Rest heute Abend trinken. Weil er im Moment so toll ist. Das Finale zum Finale, sozusagen.

Und dann war da noch…

Die Reserve – der Website des Winzers kann man entnehmen, dass 2007 auch erstmals eine Reverve dieses Syrahs gefüllt wurde. Ich gebe zu: ich bin in aller Regel kein Freund dieser extrararen Prestige-Abfüllungen. Schlimm genug, dass die Produktionsmenge dann so knapp ist, dass die Weine für normalverdienende Weinfreunde in unerschwingliche Preisregionen entschweben. Deutlich schwerer wiegt allerdings noch, dass das Fehlen des Spitzenmaterials die “normale” Cuvee nur allzu oft empfindlich und deutlich spürbar schwächt.

Trotzdem gilt natürlich: Sollte diese Reserve in der Lage sein, diesen Wein hier tatsächlich noch einmal deutlich zu übertreffen, dann darf man darauf wirklich gespannt sein. Ich werde davon hoffentlich noch berichten können – besitzt doch ein mir sehr lieber Weinfreund eine Flasche davon und hat diese zur gemeinsamen Verkostung Seite gestellt.

Facts ‘n Figures:

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2007 Syrah, Auslese trocken

Weingut Knipser, Laumersheim in der Pfalz

18 bis 20 Monate ausgebaut in neuen und gebrauchten Barriques

gekauft im Kölner Weindepot für 41 €

Dies war ein Beitrag zur Weinrallye # 61: Syrah - Shiraz - ein Global Player

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Unter der Gastgeberschaft von Susanne Werth-Rosarius

posted Vor 1 Monat on März 29th, 2013 at 00:00 /
tags: Knipser Weinrallye Syrah
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donostia memories, part 2

Once again all pictures taken at the basque culinary center. What an awesome place…

Aus der Perspektive eines Lehrenden an einer deutschen Fachhochschule ist man tatsächlich erschüttert ob der Räumlichkeiten und der Qualität ihrer Ausstattung. Küchen, Labore und Tasting-Rooms – alles ist neu und auf dem höchsten technischen Niveau. Der große Hörsaal ist das schlicht schönste und bestaussehendste Audimax, das ich jemals in einer Hochschule sah. Als i-Tüpfelchen ein traumhafter Blick auf  San Sebastian und den dahinterliegenden Atlantik. Was für ein großartiger Ort!

Gut, fairerweise muss man sagen, es handelt sich um eine Hochschule in privater Trägerschaft, die gastronomische Fakultät wurde erst 2009 gegründet und das Studiengeld beträgt immerhin stolze 8..000€ pro Jahr. Aber dafür vertieft man seine kulinarische Kenntnisse auch an einem so in Europa wohl einzigartigen Ort. Dazu sitzt im Board der Hochschule alles, was in der Region Rang, Namen und Micheling-Sterne zu bieten hat.

posted Vor 1 Monat on März 24th, 2013 at 19:16 /
tags: Donostia San Sebastian Foodtrips Basque Culinary Center BCC
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