Just for the record… (a.k.a Originalverkorkt)

Es hat in diesem Blog eine gewisse Tradition, Neuaufnahmen in der Blogroll  in einem eigenen Posting mit ein paar passenden Worten zu begrüßen. Heute ist es Christoph von Originalverkorkt, den endlich die schon seit geraumer Zeit mehr als überfällige Aufnahme in meinen kleinen Linkolymp ereilt. Das erste reine Wein-Blog in meiner Blogroll übrigens – was damit zusammenhängt, dass ich mit dem bierweinernsten, tunnelblickend-dogmatischen Gestus vieler Weinblogs schon immer meine Probleme hatte.

Originalverkorkt ist in dieser Beziehung anders. Weit entfernt von genussunfähigen und humorbefreiten Punkte- oder Erbsenzählereien ebenso, wie von belanglosem Etikettentrinken. Stattdessen eine Kombination aus Eigenständigkeit, Präzision und zuweilen ans lexikalische grenzende Tiefe. Als ein Beispielsei nur der sage und schreibe 5(!)-teilige Bericht zu einer Blanc-de-Blanc-Champagner-Verkostung genannt (bitte hier entlang zu Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4 und Teil 5).

Der langen Rede kurzer Sinn: Originalverkorkt ist in meinem Augen zur Zeit eines des lesenswertesten und eigenständigsten deutschen Wein-Blogs. Kein Wunder, dass Christoph jetzt ab und an auch an deutlich prominenterer Stelle schreibt. An das Blog angeschlossen ist übrigens ein Weinhandel. Und zwar einer, dessen Sortiment in Qualität und Eigenständigkeit dem Blog in nichts nachsteht. Ich weiß, ein paar der Leser hier sind dort ohnehin schon Kunden – den anderen sei ein Stöbern im dortigen Sortiment eindringlich empfohlen. 

Zuguterletzt: Christoph veranstaltet und moderiert auch Proben. Und die Teilnahme an einer solchen Probe war der letztlich dieses Posting auslösende Moment. Käse & Wein hieß die Veranstaltung im Café Rittershaus in Bonn – und ich bereue nicht, Christophs Einladung (soviel zum Disclaimer/closure-Teil dieses Posts) gefolgt zu sein.

Im Einzelnen gab es:


Parmeggiano Reggiano Vecchio zusammen mit der 2005er Pinot Prestige brut Cuvee von Raumland


Schafs-Feta aus dem Bergischen Land zusammen mit 2008er La Roche Riesling von Baeder


Ziegen-Gouda aus dem Vorgebirge zusammen mit 2008er Cöllner Rosenberg Riesling/Traminer vom Weingut Hahnmühle


Crotin de Chavrignol zusammen mit 2008er Sancerre der Domaine Vacheron


gereiften Reblochon zusammen mit “Lügle” Weißburgunder 2007 von Hanspeter Ziereisen


Atta-Käse (Kuhmilch-Käse in der Tropfsteinhöhle gereift) mit Blauer Silvaner Spätlese 2010 von Horst Sauer


Munster zusammen mit 2007er Krähberg Silvaner von Axel Koehler


Gorgonzola dolce zusammen mit 2008er Huxelrebe BA aus der Weinheimer Hölle von Alexander Gysler


Coulommiers zusammen mit einem “Le Quart Chapeau”, Côte Chalonnaise 2006 von der Domaine d’Heilly-Huberdeau


Beemster X.O. zusammen mit Chateau Poujeaux 2003


Shropshire von Colston Basset zusammen mit Late Bottled Vintage Port 2003 von Quinta do Noval

Genaue Verkostungsnotizen spare ich mir an dieser Stelle (ich habe mir aus Small-Talk-Gründen auch nicht allzu viele Notizen gemacht). Das perfekt Match des Abends war für mich der Sancerre mit dem Crottin. Ich mache auch bei meinen Wurst&Wein-Proben immer wieder die Erfahrung, dass regionale Bezüge sehr oft harmonische Kombinationen erzeugen - wenn vielleicht auch nur deshalb, weil man dann genau die Harmonie empfindet, die man seinen Erwartungen folgend sucht. Aber auch so waren sehr spannenden Kombinationen dabei - es war beispeilsweise interessant zu sehen, wie gut sich der Ziereisen Weißburgunder neben dem doch recht kräftigen Reblochon behaupten konnte.

Die nächste Veranstaltung findet übrigens schon am 8. Dezember statt. Thema wird im Café Rittershaus dann nicht der Käse, sondern Sekt, Cremant und Co, also der Schaumwein sein. Vielleicht sehen wir uns ja dort…

posted Vor 3 Monaten on November 14th, 2011 at 12:06 /
tags: Blogroll Käse & Wein Christoph Raffelt Weinblogs Originalverkorkt
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