Kurzer Nachtrag...

…zu Punkt 3 hier.

Ich habe das Zitat aus dem Wiglaf-Droste-Text, das nun als Motto dieses Blog ziert, im Urlaub übrigens prompt noch ein weiteres mal gefunden. Und zwar in diesem Buch*:

Und im Gegensatz zu dem vorhergehenden (zu diesem noch eine Anmerkung zwei Absätze weiter) hat mich “Wir schnallen Gürtel weiter” deutlich mehr begeistert. Das Buch ist eine “Essenz” aus dem “Lebensmittel für Hirn und Wanst”, Häuptling Eigener Herd. Wer das vierteljährlich “so pünktlich wie möglich” erscheinende Heft noch nicht kennen sollte, dem sei die Lektüre des Buchs wärmstens empfohlen.

Zu Vincent Klink und Wiglaf Droste muß man wohl nicht mehr viel Worte verlieren. Sternekoch, gelegentlicher ZEIT-Blogger und ernstzunehmendster und den deutschen TV-Köchen der eine, begnadeter und gefürchteter Quartalspolemiker der andere. Was die Texte der beiden in meinen Augen wirklich auszeichnet ist, dass sie im Gegensatz all dem lieblos mit starrem Blick aufs Geld zusammengeschlunzten “Tausend-tolle-Genießer-Tips!!”- oder auch “Kleine-Kulturgeschichte-des-Käsefondues”-Dreck, der heute die Grabbelkisten und Dämlack-Magazine dieser Republik zumüllt, etwas spüren lassen, was sehr, sehr selten geworden ist: nämlich Liebe, Leidenschaft, Hingabe und eine Haltung. Und zwar sowohl dem Thema Essen und Trinken gegenüber als auch dem Schreiben. Wenn ich das Wort “Lesebefehl!” nicht so unglaublich dämlich fände, würde ich glatt in Erwägung ziehen, diesen Absatz damit zu beenden. So aber muß ich es bei einer eindringlichen Empfehlung bewenden lassen.

Zum Kauf empfehle ich den analogen Buchhandel. Für die Bequemen, Eiligen oder Immobilen gibt es hier aber noch den Link zu Amazon.

Das in diesem diesem Eintrag weiter unten erwähnte Buch “satt? kochen essen reden” ist übrigens, wie ich erst hier in Deutschland herausgefunden habe, anlässlich einer Ausstellung erschienen. Und zwar dieser hier im Museum für Kommunikation Frankfurt:

satt? kochen essen reden

Hätte ich mir ja eigentlich auch gleich denken können. Denn so - nämlich als Ausstellungskonzept - ergibt der auf den ersten Blick beliebig bis leicht abwegig scheinende Mix aus Fotografien und Texten unterschiedlichster Art plötzlich deutlich mehr Sinn. Ebenso wie die für ein Buch doch ziemlich bemüht wirkende Aufteilung in die Themen “zuhause essen”, “auswärts essen”, ”draußen essen”, öffentlich essen” und “richtig essen”. Als roter Faden durch die Räume eines Museums kann ich mir das schon deutlich besser vorstellen.

Ich hätte mir natürlich auch einfach mal die Mühe machen können, einen Blick in das Impressum zu werfen, Denn da steht der Bezug zur Ausstellung zwar nicht dick, aber doch recht deutlich drin.

Auch hier noch für die Bequemen der Link zu Amazon.

* Auch hier ist der Text übrigens “nur” Zweitverwertung. Er erschien zuerst in: Wiglaf Droste, Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen? Edition Tiamat / Verlag Klaus Bittermann, 2007

posted 7 months ago on July 14th, 2009 at 18:16 /
tags: Bücher Vincent Klink Wiglaf Droste Häuptling Eigener Herd
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