Cilentanisches Bilderbuch – die Märkte

BHs ohne Ende, Klamottenberge auf Grabbeltischen und eine Menge Stände mit Schuhen, die sich alle erdenkliche Mühe geben, das durchschnittliche Körpergrößen-Defizit vor allem des weiblichen hiesigen Bevölkerungsteils durch verwegenste Absatzkonstruktionen zu kompensieren. Ebenfalls reich vertreten: Haushaltswaren in allen nur denkbaren Variationen. Nein, dass cilentanische Märkte Foodies-Paradise wären, will sich einem wirklich nicht sofort erschließen.

Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten findet man die Lebensmittelstände – je nach Marktort gerne etwas abseits gelegen – dann doch. Meist gibt es zwei bis drei Obst und Gemüsestände professioneller Händler, ebensoviele mit Oliven und getrockneten Hülsenfrüchten (und 95%igem Alkohol!) sowie ein bis zwei Stände oder Wagen mit Käse und ein wenig Wurst.

Aber auch hier: es gibt saisonal&regional – und sonst kaum etwas. Auch bei den Profiständen. Unmengen von Pfirsichen, San Marzano Tomaten und Bohnen. Doch selbst auf dem größten Markt der Umgegend ist es nicht möglich, beispielsweise eine Avocado aufzutreiben.

Dafür gibt es jede Menge Anderes zu entdecken. Denn neben den “großen” Ständen tummeln sich auf jedem Markt bis zu einem guten Dutzend kleinere Anbieter, deren Stände teils nur gerade mal einen Campingtisch groß sind. Ein paar Trauben aus dem heimischen Garten, Kartoffeln, weiße Feigen (zu denen folgt noch ein Extra-Post), Zucchiniblüten, etwas – in der Regel recht trübes – Olivenöl, kleine Sträuße mit getrocknetem Oregano, ein paar wenige homemade Cacioricotta und ganz selten auch etwas Speck oder Salami bestimmen das Angebot. Auf keinen Fall sollte man an den Wildkräutern vorbeigehen. Aromatischeren Ruccola als den ganz offensichtlich in der Macchia gepflückten habe ich beispielsweise in den letzten Jahren nicht gegessen.

In den Hafenstädten finden sich zudem stets auch ein bis zwei PKW aus deren Kofferraum heraus fangfrischer regionaler Fisch verkauft wird. Der Fang des Tages und sonst nichts. Sardinen meist, dazu ein paar Tintenfische und Muscheln. Aber davon war hier ja schon zu lesen…

Abschließend als Service für Cilento-Reisende, die über Google hierhin gefunden haben, die wichtigsten Märkte :

Agropoli
Donnerstags. Einer der größten Märkte der Region. Mit dem Auto gut und einfach zu erreichen (von der SS18 bei Agropoli Sud abfahren, bei den nächsten 3 folgenden Kreisverkehren jeweils bei der ersten Möglchkeit rechts), Parkplätze mit etwas Suchen kein Problem . Extrem großes Kleidungsangebot, Haushaltswaren, diverse Fischer. Unter dem Dach einer etwas oberhalb gelegenen Markthalle findet sich ein reiner Lebensmittelteil mit vielen Kleinproduzenten der Region.

Vallo della Luciana
Sonntags(!), ebenfalls sehr groß. Etwas unübersichtlich. Links der Straße auf einen Platz der eigentliche Markt, recht in einer Halle aus den 70/80er Jahren ein Lebensmittel-Bereich mit vielen Kleinproduzenten. An anderer Stelle im Ort (oberhalb des zentralen Platzes) ein weiterer reiner Bekleidungsmarkt.

Marina di Casal Velino
Freitags. Für die Größe des Ortes überraschend großes Angebot. Fisch und Meeresfrüchte finden sich allerdings nicht, die gibt es dafür aber Abends im Hafen. Dafür aber viele Stände regionaler Kleinproduzenten aus dem Hinterland.

Santa Maria di Castellabate
Samstags. Der Markt ist nicht zuletzt auch deshalb empfehlenswert, weil nur ein paar Meter weiter auf dem Corso Senatore Materazzo (der zentralen Shopping-Meile) einige der bestsortierten Lebensmittel-Läden der Region warten. Ich habe nirgendwo ein breiteres Angebot an qualtitativ höchstwertigen Käse, Ölen, Weinen und sonstigen Prodotto Tipici gefunden.

Das waren - pars pro toto - natürlich nur ein paar Beispiele. Ein recht vollständiger Überblick über die Märkte der Region findet sich bei Cilento-Online

posted Vor 1 Jahr on Oktober 9th, 2012 at 13:21 /
tags: Cilento Italien Markt Urlaub Cilentanische Märkte
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