Support your local… Klimaschützer (a.k.a. Carrotmob Köln)
Der vergangene Samstag brachte mir nicht nur das Vergnügen, den “Tanz der Welten”-Umzug hier in Ehrenfeld mit eigenen Augen verfolgen zu dürfen (eine Art neo-hippieeske Proto-Loveparade mit einer Barfußgänger-Quote, die kein Kölner Freibad vorzuweisen hätte), sondern trug mir auch den Besitz eines Flyers ein, der mich einmal mehr daran erinnerte, inzwischen ein Alter erreicht zu haben, wo die allerneuesten gesellschaftlichen Strömungen nur noch mit beträchtlicher Verzögerung die persönlichen Wahrnehmungsbarrieren überwinden:
…stand auf dem Flyer zu lesen, sowie der Apell Brot zu kaufen für Umwelt und Klimaschutz. WTF?
Aber für solche Situationen hat der Weltgeist uns Ratlosen ja die Wikipedia geschenkt. Die klärt mich dann prompt darüber auf, dass ein Carrotmob eine besondere Form des Smartmobs sei und im Jahre 2008 zum ersten Male… äh… zur Aufführung… zum Einsatz… zur Durchführung kam. Grob vereinfacht, ist ein Carrotmob ist der Versuch, das Gegenteil eines Boykotts zum Mittel politisch-gesellschaftlicher Veränderung zu machen.
Alles klar? Nicht? Zweiter Versuch, etwas konkreter: Ein Unternehmen verpflichtet sich, einen genau festgelegten Anteil des Umsatzes eines ebenso genau definierten Zeitraums für den Klimaschutz zu verwenden. Im Gegenzug werben die Organistatoren eines Carrotmobs unter Freunden und Sympathisanten dafür, in eben diesem Zeitraum möglichst viel bei diesem Unternehmen einzukaufen.
Noch konkreter? Bitte, gern:
Das auf dem Bild sind Herr Schweitzer von der gleichnamigen Bäckerei in Neu-Ehrenfeld sowie Peer und Fabian vom Team von Carrotmob Köln. Herr Schweitzer hat sich verpflichtet, 100% seiner Umsätze vom Samstag, den 24.7 in Energieeffizienzmaßnahmen in seinem Laden zu investieren. Deshalb ruft Carrotmob Köln - und nun auch ich! - nun dazu auf, am nächsten Samstag dort soviel Brot einzukaufen, wie nur irgend möglich.
Im Kern also eine ganz einfache und - zumindest für mich – überzeugende Idee. Und wer das auch so sieht, der kommt einfach am nächsten Samstag, also am 24.7 in die Bäckerei Schweizer am Ehrenfeldgürtel 151 und kauft dem Laden leer (natürlich nicht mit dem Auto sondern mit dem Fahrrad oder der Linie 5, die buchstäblich direkt vor dem Laden hält – Haltestelle Subbelrather Straße/Gürtel).
Wer vorher noch mehr wissen will, klickt erst weiter zur Homepage von Carrotmob Köln, wo einiges über den geplanten zweiten wie auch über den schon im April durchgeführten ersten Carrotmob zu lesen ist. Oder zur Wikipedia, wo sich ein wenig zur Historie und Entwicklung diverser -Mobs lesenswertes findet.



