Anstelle eines Pausenbilds noch einmal Werbung in eigener Sache. Bis nächsten Mittwoch bin ich nämlich unterwegs. Genauer gesagt beim Food-Camp San Sebastian (Fuckyeah!). Ob ich dazu kommen werde, von dort zu berichten, ist noch nicht sicher. Aber versprochen: spätestens danach wird hier einiges davon zu lesen sein.
Bis dahin empfehle ich: eine Buchung einer der beiden auf dem Bild erwähnten Abende. Alles Details dazu zwei Postings tiefer…

Anstelle eines Pausenbilds noch einmal Werbung in eigener Sache. Bis nächsten Mittwoch bin ich nämlich unterwegs. Genauer gesagt beim Food-Camp San Sebastian (Fuckyeah!). Ob ich dazu kommen werde, von dort zu berichten, ist noch nicht sicher. Aber versprochen: spätestens danach wird hier einiges davon zu lesen sein.

Bis dahin empfehle ich: eine Buchung einer der beiden auf dem Bild erwähnten Abende. Alles Details dazu zwei Postings tiefer…

posted Vor 2 Monaten on März 6th, 2013 at 19:05 /
tags: Craft! Sebastian Sauer San Sebastian Foodcamp Florian Siepert
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Woodcock (a.k.a Waldschnepfe)

Schnüffeln… Riechen… ungläubiges Staunen. Was zum Teufel ist hier los? Kaum größer als meine Faust sind die beiden Tiere im Ofen und dort auch gerade mal seit 3 Minuten. Und doch ist die Luft des nun wirklich nicht kleinen Marien-Ecks mehr und mehr erfüllt mit diesem ganz speziellen Aroma. Weitere 3 Minuten später ist es schon so stark, dass der Chef des Hauses eines der Fenster öffnet – in Sorge darum, dass die Gäste des Foodtrips Meetup Köln, der in einer guten Stunde hier stattfinden wird, sich irritiert oder gar gestört zeigen könnten von diesem ganz speziellen Odeur. Dabei ist es gar nicht unangenehm. Nur eben intensiv. Unglaublich intensiv.

Der Grundton ist diese allen im Ofen garenden Geflügelarten gemeinsame duftende Verheißung. Irgendetwas, das Fett, Haut und Muskelfleisch in Zusammenarbeit mit Louis Camille Maillard zum einem Duft-Almagan verschmilzt, das intensiv-verführerisch vom zu Erwartenden kündet. Zu diesem Familiengrundklang gesellt sich in speziellen Fall aber weit mehr. Ungemein tiefgründig ist das alles, fast wabernd. Und dunkel. Ich denke an Moos, an Waldboden im morgendlichen Tau, an die intensive Würze harziger Hölzer. Fast wie Sirenengesänge dringt es jetzt aus dem Ofen. ”Riechst Du mich?”, ruft es, “Ich werde deinem Gaumen große Freuden bereiten!” Vom oft aufdringlich-penetranten Haut Gout klassisch abgehangenen Wildgeflügels ist das alles meilenweit entfernt.

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(Nein, wir haben die Vögel nicht traditionell bardiert indem wir den Schnabel quer durch beide Schenkel gesteckt haben)

Noch aber ist es nicht so weit. Und ich gebe zu: ich bin zu diesem Zeitpunkt vom Vorabend immer noch mehr als nur leicht verkatert und der intensive Geruch erfüllt mich neben spannungsvoller Erwartung auch mit leichter Besorgnis. Wir haben zwar, Alain Ducasse folgend, die Tradition verlassen und vor dem Schieben ins Rohr Magen und Darm entfernt, aber bis eben dahin – den Transport im Flugzeughandgepäck und die Unterbrechung der Kühlkette eingeschlossen – waren die Vögel nicht ausgenommen. Gut, ich bin mir wenigstens sicher, dass Salmonellen nicht zu dem Kernproblematiken des Unterholz in britischen Wäldern gehören.

Als mir mein Besuch aus London berichtete, was er als Gastgeschenk mitgebracht habe, war mir nicht sofort klar, welche seltene Delikatesse sich hinter dem anglophonen Namen Woodcock verbarg. Heute, einen Tag nach der Zubereitung, bin in in vielfacher Hinsicht klüger.  Und erfüllt von tiefer Dankbarkeit zudem, lieber Florian. Nicht nur, weil sich eine kulinarische Bildungslücke geschlossen hat. Sondern auch, weil diese mit einem Genuß von wirklich außerordentlicher Finesse und Intensität gefüllt wurde.

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Mit Waldschnepfe, nämlich.“Eines der größen essbaren Erlebnisse überhaupt”, wie Fergus Henderson behauptet oder gar, wie Grimod de la Reynière sagt, ”das Nonplusultra aller irdischen Freuden”. Letzteres ist dann vielleicht doch vier bis fünf Etagen zu hoch gegriffen. Aber das größte Geflügel, dass ich - als erklärtermaßen großer Geflügelfreund - bisher gegessen haben? Ja, das allemal. Nantaiser und Challans-Enten waren zwar eindringliche Erlebnisse, aber das hier ist noch einmal eine ganz andere Liga.

Nach 10 - 11 Minuten bei 225° kommen die vorher nur außen leicht gesalzenen Vögel aus dem Rohr. Mit einem Löffel werden jetzt die verbliebenen Innereien herausbefördert, fein gehackt und in etwas schäumender Butter kurz ein paar Sekunden (sic!) gargezogen, um schließlich auf etwas ebenfalls in Butter geröstetem Weißbrot verteilt zu werden. Weitere Würzung ist denkbar, lenkt aber letztlich nur von der Feinheit und Intensität des eigentlichen Produkts ab. Genau übrigens, wie die in einigen Rezepten vorgeschlagene Streckung des mehr als spärlichen Innenmaterials mit Gänse- oder Entenstopfleber. Pur und rein bekommt man zwei Bissen unglaublich intensiven und gleichzeitig feinen Geschmacks, dessen deutscher Name – Schnepfendreck – in wirklich groteskem Missverhältnis zu den sich bietenden Genüssen steht.

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Von Vogel selbst werden die Keulen und der Kopf abgetrennt, letzter wird der Länge nach gespalten, um via eines Kaffeelöffels Zugriff auf das gut haselnussgroße Hirn zu geben. Ein kurze Explosion cremiger Konsistenz und dicht-verwobeneer Intensität. Die Karkasse mit dem Brustfleisch sollte kurze Zeit ruhen. Wer will, der kann aus dem Bratensaft noch eine schnelle Soße ziehen - wir waren dafür zu gierig. Die Haut, unter der sich übrigens so gut wie kein Fett verbirgt, wird nicht mitgegessen. Zum einen hindern Reste des Federkleides, aber auch die Konsistenz ist von eher zäh-ledriger Art. Ganz anders das darunter verborgene Fleisch. Feinstfaserig und von würzig-mineralischer Intensität ist es. Von genau der fast abgründigen Tiefe, die der Intensive Duft schön angekündigt hatte. Und ungemein saftig dazu. Jedenfalls dann, wenn man nicht den Fehler begangen hat, die Vögel zu weit garen zu lassen. Direkt am Brustknochen sollte sich allerhöchstens der Eindruck von “medium rare” ergeben, soviel Mut zum Blut muss sein.

Getrunken haben wir dazu übrigens nicht “den besten Bordeaux, den die Börse zulässt”, wie Hugh Fearnley-Whittingstall empfiehlt. Auch keinen deutschen Spätburgunder, obwohl mir das auch im Nachhinein als durchaus gute Wahl erscheint. Genauer gesagt haben wir gar keinen Wein getrunken. Sondern zwei verschiedene Craft-Biere, namentlich ein Fritz IPA und ein Son of a Batch, letzteres eine dunkle, mit Torfmalz gebraute Gose aus dem Hause Monarchy of Musselland/Braustelle Köln. Vor allem die Gose mit ihrer Kombination von Säure und rauchig-tiefer Torfnote hat mir dazu sehr gut gefallen. Und einmal mehr daran erinnert, dass es eben nicht immer Wein sein muss, um Food/Getränke-Pairings made in heaven zu finden. Dazu wird wohl an dieser Stelle noch zu lesen sein.

Wer noch mehr zum Thema Waldschnepfe lesen möchte, dem lege ich den ebenso umfassenden wie lesenswerten Artikel von Severin Corti aus dem Standard, dem auch ich einige, der hier verarbeiteten Informationen verdanke, ans Herz.

ps: über die anderen Aktivitäten des Abends wird hoffentlich noch an anderer Stelle berichtet werden berichtet Florian bei sich mit der ihm eigenen Energie und Begeisterungsfähigkeit. Ein war in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Abend!

posted Vor 3 Monaten on Januar 30th, 2013 at 16:47 /
tags: Woodcock Waldschnepfe Florian Siepert
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MEATFEST 

Ein kurzer Nachtrag zum grandiosen Supperclub Summit: Natürlich war es ein Haufen Stress und harter Arbeit. Aber es war eben auch ein grandioses Wochenende, voller großartiger Eindrücke (von einem habe ich ja schon berichtet), toller Erlebnisse, netter Menschen und einer grandiosen Stadt. Wie sagte Florian auf Natas Frage, ob sie nicht eventuell etwas verpasse und deshalb einen Tag länger bleiben solle so schön: “Es ist London - du wirst immer etwas verpassen!”

Was ich nachzutragen habe, ist mein Dank an Florian für die Organisation dieses großartigen Events, ebenso wie an meine deutschen Mitstreiter Nata, Markus und Marco. Und natürlich an die “Queen of ‘cue”, Ruth Anthony von Safffron&Salt, ihrerseits ausgewiesene Spezialistin für Fleisch- und Wurstwaren – und somit in unserem Menü folgerichtig zuständig für “Charcuterie Platter” und “Pulled Goat” sowie für das Räuchern der Forelle, die zum Erbsen/Minz-Parfait gereicht werden sollte (dazu mehr in einem gesonderten Posting)

Die Teller der deutschen Meatfest-Fraktion hatte ich ja schon nach dem Probekochen gepostet. Die von Ruth findet ihr oben. Von der “Pulled Goat”, die übrigens ziemlich lecker geriet, gibt es allerdings keine Bilder, die zur Veröffentlichung wirklich geeignet gewsen wären. Das hat doppelt strukturelle Gründe. Denn wenn die Zubereitungsweise “pulled”, die als Motiv ohnehin schon eine gewisse fotografische Herausforderung darstellt, zudem noch auf einen Platz in der Menü-Folge trifft, in der das Team vieles andere zu tun hat, kommen die dokumentarischen Pflichten oftmals ein wenig zu kurz.

Besser dokumentiert sind Gott sei Dank aber die grandiosen “Charcuterie Platter”, bestehend aus als Amuse Bouche gereichten vorzüglichen Landjägern und einem Dreiklang (hat da jemand “” gesagt?) von Sülze, Pork Cracklings und Hühnerleber-Creme (zu denen die von mir ausgesuchte restsüße Scheureben-Spätlese von Klaus Keller übrigens ganz hervorragend harmonierte).

Ich würde mich freuen, wenn es tatsächlich klappen sollte, Ruth und den “Chef in residence” Ed im kommenden Winter oder nächstem Frühjahr wie geplant tatsächlich nach Köln zu holen. Falls, dann werdet ihr davon auf jeden Fall an dieser Stelle hören.

EDIT 6.9: Florian hat mich freundlicherweise auf die wirklich sehr nette Besprechung unseres Abends im Blog der Südafrikanerin Daxie hingewiesen. Alle Gänge des Abends fotografiert und besprochen, dazu meine Vorab-Kommentare zu den Weinen. Lesenswert!

posted Vor 8 Monaten on September 5th, 2012 at 13:01 /
tags: Supperclub Summit London Saffron&Salt Ruth Anthony Florian Siepert
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MEATFEST! – a.k.a. Goethe’s calling

Die meisten der hier Lesenden werden es vermutlich schon mitbekommen haben: der großartige Florian Siepert hat einmal mehr eine seiner guten Ideen prompt in die Tat umgesetzt: Der Supperclub Summit wird den gesamten August über Supperclubs unterschiedlichster Art im Goethe Institut der (nicht nur) kulinarisch most vibrant city of europe, a.k.a. London, versammeln.

Und ich habe die Ehre, dort zusammen mit Ruth von Saffron & Salt, Nata von Pastasciutta, Marco von Kochkurs Köln und Markus von den Küchengerüchten am 17. und 18. August zwei Abende gemeinsam bestreiten zu dürfen. Geben wird es dann folgendes:

Menu

Himmel & Ääd
apple | potato | black pudding

Erbsenparfait & Räucher-Forelle
peas | mint | smoked trout

Glattbutt “Finkenwerder”
brill | bacon | shrimp

charcuterie platter

Sauerbraten-Maultäschle
filled pasta | gravy | horse roast

Zicklein
pulled goat

Schwarzwälder Kirsch
Black Forest gateau

Alle weiteren Details findet ihr Summit-Website, buchen könnt ihr einen der Abende bei Edible Expiriences.

In ca. einer Woche optional dazu buchbar: “Sour Times!” – eine glasweise Weinbegleitung für jeden Gang der 7 Gände. Deren genaue Zusammenstellung ist zur Zeit zwar noch in der Entwicklung – doch was sich jetzt schon mit Sicherheit sagen lässt, ist die Tasache, das es – what else? – ausschließlich deutsche Weine geben wird, von denen die Mehrheit wiederum Rieslinge sein werden.

Also Reisefreudige, vielleicht sehen wir uns ja in London?

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Marqueee is adding some wine… (a.k.a. foocamp cilento)


“Marquee is adding some wine” by Valentin Heyde

Nachdem ich meine Gedanken zum Foodcamp Cilento drüben bei den Glasklaren Gefühlen festgehalten habe, bleibt mir an dieser Stelle nicht mehr viel, als das ein oder andere gute Bild zu posten, das ich in meinem Postings drüben mehr nicht unterbringen konnte.

Allen voran eines, das ich gar nicht selbst gemacht habe – das dort oben. Es stammt von Valentin Heyde und der Titel, den er diesem Bild gegeben hat, könnte mich und das, was ich gerne tue, nicht besser auf den Punkt bringen: ”Marquee is adding some wine”. Danke, Valentin!

Die folgenden Bilder dagegen sind von mir:


posted Vor 1 Jahr on November 28th, 2011 at 07:55 /
tags: Florian Siepert Foodcamp Cilento Stevan Paul Valentin Heyde
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Aus gegebenem Anlass…

…ein kurzes, aber nicht minder herzliches “Hi there!” an meine neuen Follower-Horden.

 Und an Florian ein kurzes, verschämtes “Hey, danke!”

Ich fühle mich geehrt. Auch, wenn es morgen leider noch nicht klappt, darauf werden wir noch einen heben.

Neben Florian (You rock!) danke ich der Academy, meinen Eltern und - ganz besonders – Alain Ducasse.

Und nun weiter mit leichter Unterhaltungsmusik…

posted Vor 2 Jahren on Mai 5th, 2011 at 11:00 /
tags: Tumblr Florian Siepert
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We will be kings… (a.k.a. Ben Greeno)

Eigentlich hat Herr Siepert ja schon beinahe alles gesagt, was es zu diesem jungen Mann hier zu sagen gibt:


©Photo: Niamh Shields/eatlikeagirl.com

Außerdem gebe ich gern zu, dass sich ein hymnischer Beitrag über einen Koch tendentiell eher komisch anfühlt, wenn der Lobende noch gar nicht bei ihm gegessen hat. Trotzdem: Unser nachmittäglicher Besuch bei Ben Greeno hat auch mich ziemlich nachhaltig beeindruckt. So stark übrigens, dass ich bei unserem Treffen in Hackney prompt vergessen habe, ein paar Fotos von ihm zu machen. Weshalb ich mich an dieser Stelle bei Niamh von eat like a girl für die Erlaubnis zur Verwendung ihres schönen Bildes bedanke (ein ausführlicher Bericht ihres Abends in Bens Supper Club von ihr verbirgt sich hinter dem Foto).

Wie schon gesagt, das Wesentliche hat Florian schon berichtet. Es ist vor allem ein Detail, das mich dann auch noch über Ben schreiben läßt. Vor kurzer Zeit gab es hier in den Kommentaren (nämlich dort: ###) eine kleine Diskussion über eine Szene in der Lutz-Hachmeister-Sterneköche-Dokumentation mit Rene Redzepi und einem seiner Mitarbeiter.

Um so interessanter war es für mich also zu hören, was und wie jemand über Redzepi spricht, der über 4 Jahre in der Küche des NOMA gearbeitet hat.  Ziemlich begeistert, um es kurz zu machen. Da war ein sehr großer und tiefer Respekt in jedem einzelnen Satz für Rdzepi und das NOMA zu spüren. Die ehrliche und völlig neidfrei wirkende Anerkennung einer Leistung, von der Greeno ganz offensichtlich denkt, dass sie in ihrer Gänze noch überhaupt nicht begriffen worden ist. Noma ist immer noch so weit vorne. Alle reden jetzt darüber, wie sich die Dinge ändern werden, wenn das noma Buch erscheint (Anm.: das ist es inzwischen). Aber Rene ist schon längst wieder ganz woanders. Viel, viel weiter.”  Und das war kein blindes Fanboy-tum, was dort sprach, sondern fußte auf dem Wissen und der Erfahrung von über 4 Jahren Arbeit in verantwortlicher Position eben dort. 

Übrigens das sagt auch eine Menge über das Selbstverständnis des jungen Mannes: Mit welcher beiläufigen Vermessenheit er sich in eine Reihe mit René Redzepi und Ferran Adriá stellt (“Genau wie bei René immer das “El Bulli” genannt werden wird, wird es bei mir das Noma sein”), oder wie - ebenso en passant plötzlich der Momofuku-Komplex mit an der langen Tafel sitzt (“Gestern war David Chang zum Mittagessen hier. War cool.”). Muss man sich ja auch erstmal zutrauen, sowas.

Das zweite, was ich über alle Maßen bemerkenswert finde, ist das “Geschäftsmodell” seines Supper Club. Auch das sollte man sich noch einmal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen: Ein Zeitfenster von einem knappen halben Jahr, eine Hinterhof-Wohnung, drei Tische, die zur Tafel werden, Geschirr für 5 Gänge und 12 Personen, dazu ein iPhone als Tool für Buchung und Kommunikation - das ist es, was man braucht, um einen kulinarischen Smash-Hit zu kreieren. 

Im August eröffnet, nicht mal Ende September und schon ausgebucht bis Januar. Inzwischen kommen Anfragen aus San Francisco, die anbieten, zu einem beliebigen Datum mit 8 Personen anzureisen, nur um dort essen zu können. Das alles ganz ohne klassische Werbung, sondern ausschließlich über Social-Media-Kanäle. Restaurant 2.0, wenn man so will. Gleichzeitig so geerdet und normal, so meilenweit entfernt von allem Hipstertum oder Social-Media-Bullshit-Bingo, dass man heulen könnte vor Freude, über den Beweis, dass so etwas tatsächlich möglich ist.

Dass es das dort (also: in London) ist, sagt natürlich auch eine Menge über den Stellenwert, die Relevanz und den Impact, den Food-Blogging (das in UK viel mehr als hier bei uns auch Restaurantkritik ist) in Großbritannien hat. Ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich deswegen mehr als nur ein wenig neidisch auf die Insel herüber blicke.

So wie Marco Pierre White der jüngste 3Sterne-Koch aller Zeiten wird Ben mit seinen jetzt 28 Jahren schon nicht mehr werden können (und vermutlich auch gar nicht wollen). Aber ich bin mir ganz sicher: Egal ob Hinterhof, Supperclub oder A-List Venue: Von dem werden wir noch hören. Und zwar eine verdammte Menge. Aber sowas von ganz sicher…

posted Vor 2 Jahren on Oktober 28th, 2010 at 18:15 /
tags: Ben Greeno Hackney Supper Club Noma René Redzepi Florian Siepert London
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Londons Erdgeschoß ist ein Restaurant…

…bringt Herr Paulsen die aktuelle Lage in der britischen Hauptstadt mit beneidenswertem Esprit auf den Punkt. Den vermutlich zwei bis maximal drei Personen im Netz, die von seinen Berichten noch nichts mitbekommen haben sollten, lege ich die Lektüre derselben allerwärmstens ans Herz.  Genauso, wie den sehr schönen Text zu “New British” im Blog von Herrn Siepert (alle Links weiter unten). 

Die letzten 2 Tage ihrer Reise hatte ich übrigens die große Ehre und das noch größere Vergnügen, die beiden Herren zu begleiten. Da Stevan dankenswerterweise die Chronisten-Pflichten mit viel Akribie, Fleiß und vor allem Geist erledigt, kann ich mich hier auf den dringenden Ratschlag beschränken, in näherer Zukunft einen Besuch in London in Erwägung zu ziehen. An dieser Stelle folgt in den nächsten Tagen allenfalls noch die ein oder andere Randnotiz. Und die dankbare Anmerkung, dass ich für eine Reise mit den beiden Herren jederzeit alles stehen und liegen lassen würde (Note to myself: unbedingt günstige Flüge nach New York heraussuchen). 

Paulsen, Teil 1
Paulsen, Teil 2
Paulsen, Teil 3
Paulsen, Teil 4
Paulsen, Teil 5
Paulsen, Teil 6
Paulsen, Teil 7 (Finale)

Siepert, New Britisch 

posted Vor 2 Jahren on Oktober 19th, 2010 at 11:18 /
tags: London Herr Paulsen Florian Siepert New British
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Doppeltes Walhalla… (a.k.a. Public Walküren Viewing)

Erquickung schaff’ ich.
Labung biet’ ich dem lechzenden Gaumen:
Wasser, wie du gewollt.


foto: 1way2rock on flickr

Es folgt eine sehr warme Empfehlung für alle unter Euch, die 1. Wagner mögen, 2. am Samstag in Hamburg weilen, 3. noch nichts besseres vorhhaben (was, wie ihr gleich lesen werdet, ohnehin schwer vorstellbar ist) und die 4. Erquickung des lechzenden Gaumens wünschen. Und zwar nicht durch Wasser, wie Sieglinde es Siegmund ganz zu Anfang der Walküre anbietet, sondern durch betäubenden Trank, genauer gesagt mit das Feinste an Wein, was die Saar zu bieten hat, nämlich Riesling aus dem Hause Van Volxem.

Der von mir gleichermaßen ob seines Ideenreichtums und seiner Energie, dieselben dann auch umzusetzen geschätzte Florian Siepert (Listenpunkt Nummer 3 hier links in meinem kleinen persönlichen Blog-Walhalla “Gone, but not…”) hat es nämlich auf sich genommen, für kommenden Samstag (also den 21.8.) ein Public Viewing der an diesem Tage in Bareuth gegebenen und Live im Netz gestreamten Tankred-Dorst-Inszenierung der Walküre zu organisieren. Da wird Wein aus der oben genannten Quelle gereicht werden. Doppeltes Walhalla also, sozusagen.

Alle an Wein, Wagner und Walküre (‘tschudligung, aber er mußte jetzt einfach sein) Interessierten sollten dringend den Besuch im betahaus Hamburg in der Lerchenstraße 28a in Erwägung ziehen. Vuvuzelas sind aus naheliegenden Gründen zwar eher unerwünscht (ich bin sicher, es wird auch so ausreichend tröten!), dafür kann aber vom Leihen von Abendkleidung ebenfalls abgesehen werden.

Hier noch einmal schnell die Basisdaten:

Public Opera Viewing

Wagners “Die Walküre” live von Bayreuther Festspielen
Samstag 21.8. 2010, von 16 bis 21 Uhr
im betahaus
Lerchenstrasse 28a
Hamburg

Der Eintritt ist frei, bei Facebook oder Twitter kann man bescheid geben ob man kommt.

posted Vor 2 Jahren on August 18th, 2010 at 12:01 /
tags: Wagner Van Volxem Walhalla Florian Siepert Public Viewing
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