Toast

“Es ist unmöglich, einen Menschen, der Toast für einen macht, nicht zu lieben. All seine Fehler und Sünden, selbst größere, wie etwa, daß er dich zwingt, in kuzren Hosen zur Schule zu gehen, verlieren jede Bedeutung, wenn deine Zähne durch die grobe, getoastete Kruste brechen und in das weiche Teigbett des weißen Brotes sinken. Sobald die wame, gesalzene Butter auf deine Zunge trifft, bist du verloren. Wachs in der Hand jenes Menschen”

Das Zitat* stammt, genau wie die Vorlage zu dem oben angetrailerten Film von Nigel Slater. Genauer gesagt ist es aus dem ersten Kapitel von “Toast”, Slaters Kindheits- und Jugenderinnerungen**, die in Deutschland unter dem traditionell etwas beknackterenTitel “Halbe Portion” erschienen sind.

Ich habe gestern die Preview des Films (als OmU) gesehen. Ich möchte Anke “La” Gröner, der sich hier die nicht allzu häufige Gelegenheit bietet, ihr neues Blogger-Ego mit ihrem Old-School-Blogging zu vereinen, nicht vorgreifen. Von mir deshalb nur soviel:

Kann man sehen - muss man aber nicht. Insgesamt hat mit der Film doch ein wenig enttäsucht. Trotz toller Darsteller, detailverliebter Ausstattung und sehr, sehr schönem Soundtrack (der ist eine einzige große Hommage an Dusty Springfield!), schafft es der Film nur selten, die Tiefe (comming-of-age, früher Verlust der Mutter) und die Leidenschaft (Food!) der Buchvorlage zu erreichen – auch, wenn er sich sichtlich darum müht.

Andererseits – findet sich im Film die schönste “Foodporn”-Szene ever!

Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte: Toast läuft ab 11. August in den hiesigen Kinos. Ich empfehle übrigens, sich anstelle der Raschelpest Popcorn besser hiermit (bzw. etwas Ähnlichem) als Proviant auszustatten. Aus Gründen.

Und wer lieber zur lesenswerten Buchvorlage greifen möchte, dem empfehle ich traditionell den Gang zum örtlichen Buchhändler. Für die Fußkranken und Lahmen aber hier noch die Links zu Amazon (affiliate):

englisches Taschenbuch

deutsches Taschenbuch

deutsches Hardcover

englisches eBook (Kindle)

Zitiert ist - in Ermangelung einer natürlich die deutsche Übersetzung von Karen Lauer

** Nachdem ich letzte Woche zum zweiten Mal die Jugenderinnerungen von Stephen Fry (Affiliate Link) gelesen habe - was ist es eigentlich, dass britische “Coming-of-age”-Memoiren so ausgesprochen lesenswert macht?

posted Vor 10 Monaten on August 2nd, 2011 at 09:50 /
tags: Toast Halbe Portion Nigel Slater Kino Film
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Warnung vor einer Enttäuschung (a.k.a. Bottle Shock)


Bottle Shock (Symbolbild)

Die kurze Leerlaufzeit “zwischen den Jahren” ist ja traditionell die Zeit um Dinge nachzuholen, zu denen man sonst nicht kommt. Aufräumen von Bücher-, CD- oder auch DVD-Regalen, zum Beispiel. Oder mal wieder die Ablage auf Vordermann bringen. Oder eine ausgedehnte Wollmaus-Jagd in den entlegeneren Ecken der Wohnung. Was in diesem Haushalt momentan auch Hochsaison hat: Das Nachholen sehenswerter oder auch nur vermeintlich sehenswerter Filme auf DVD.

Eindeutig in die letztere Kategorie gehört Bottle Shock, wie ich seit 2 Tagen sagen kann…

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posted Vor 2 Jahren on Januar 3rd, 2010 at 13:21 /
tags: Bottle Shock Kino Film
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Freizeittip “zwischen den Jahren”: Soul Kitchen, von Fatih Akin. Kinobesuch highly recommended (sollten mehrere Kinos zur Auswahl stehen, unbedingt das mit dem besseren/lauteren Sound vorziehen).

Fatih Akim selbst nennt es einen modernen Heimatfilm, ich selbst würde es eher als ein modernes Märchen bezeichnen. Besticht durch enorm warmherzigen und liebevollen Blick auf die Menschen. Vereint Tarantino’sche Coolness und große Liebe zu Hamburg mit einem riesigen Haufen Komik. Ein Film, der einfach Spaß macht.

Nach dem Knochenmann schon das zweite Kinoerlebnis dieses Jahr, das beweist, dass sich Küchenszenen im deutschsprachigen Kino nicht zwangsläufig mit Fremdschämen enden müssen.

posted Vor 2 Jahren on Dezember 27th, 2009 at 15:16 /
tags: Filmtip Fatih Akim Soul Kitchen Kino
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