Alle Links wurden mit Bedacht und Sorgfalt gesetzt, zum Zeitpunkt des Verlinkens gab es nicht den geringsten Grund, sich von irgendetwas zu distanzieren. Auf spätere Veränderung habe ich naturgemäß keinerlei Einfluß.
Man soll ja immer auch das Positive sehen: Ich bin langen keinem Korken mehr über den Weg gelaufen, der sich nach rund 15 Jahren so makellos präsentierte, wie das oben abgebildete Exemplar. Absolut perfekt…
Und der Wein dazu? Nun, ich würde sagen, ähnlich perfekt wie der Korken. Jetzt vermutlich auf den Höhepunkt (obwohl Tanin- und Säurestruktur sicherlich noch ein paar Jahre Lagerung zuließen), mit schönen Reifenoten, toller Kirschfrucht und immer noch frischer Säure. Über drei Tage getrunken, zeigt der Wein keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Für “nur” um einen “Zweitwein” hervorragend!
Ich hatte kürzlich das Vergnügen, an einer Probe für Weinlaien im Fachhandel teilzunehmen. Aus dem Publikum kam angsichts der hohen Schrauber-Quote der verkosteten Weine die Frage nach der Qualität der Verschlüsse. Hier ein paar O-Töne des Referenten:
• “Der Schraubverschluss ist für 2-3 jährige Lagerung sicherlich unbedenklich”
• “Es gibt aber einfach noch keine langfristigen Erfahrungen damit”
• “Für lange Lagerung gibt es zum Kork keine Alternative”
• “Aus meiner Erfahrung heraus: Ich hatte bei über 1000 Proben vielleicht ein oder zweimal Ärger mit Kork!”
WTF?
Ein Korker-Quote von 2 Promille also. Ein Zauberkeller, ganz offensichtlich. Von Feenhand gesegnet (oder ist’s gar ein Pakt mit dem Teufel?). Ich kenne jedenfalls eine Menge Leute, die angesichts ihrer in der Regel um zwei bis drei Zehnerpotenzen höherliegenden Kork-Quote ihr Bordeaux-Schätze gerne dort lagern würden.
Da die Probleme mit Kork deutlich grösser und schwerwiegender sind, experimentiert inzwischen experimentiert selbst das Premier Cru Chateau Margaux intensiv mit Schraubverschlüssen (und mit Bio-Anbau!). Auch wenn die Verkürzung “Margaux demnächst mit Schraubverschluss!”, die in den letzten Tagen die Runde machte, zwar sehr schmissig, nichtsdestotrotz aber dennoch grob entstellend war - es tut sich eine Menge auf dem Gebiet. Eine ausführliche Zusammenfassung des Stands der Dinge in Sachen Margaux findet sich beim Wine-Anorak, das Video der Pressekonferenz mit Chateau Margaux Chef Paul Pontallie zum Stand der dortigen Experimente gibt’s auch bei Youtube:
Genussbloggen scheint mir nicht angemessen in diesen Tagen, aber das hier fand ich doch zu interessant, um es euch vorzuenthalten:
Für Freunde des Naturkorks: ein Experiment von Leasingham Estate in Australien. Derselbe Wein, nach 125 Monaten Lagerung. Links mit Schraubverschluss, die anderen mit verschiedenen Natur- und Synthetik-Korken. Any questions? Details und weitere Bilder finden sich in diesem PDF.