FUTUR 2 (a.k.a. Startschuss 2013)

Es kann eigentlich nur noch ein paar Tage dauern bis zur ersten Pressenmeldung des DWI mit qualitativen Einschätzungen zum Jahrgang 2013. Und auch, wenn die zentrale Marketing-Einrichtung der deutschen Weinwirtschaft jedes Jahrs aufs neue gelinde Verwunderung produziert angesichts ihrer fast augurenhaften Fähigkeit zur Einschätzung weit in der Zukunft liegender Qualitätszustände, so ist ihr doch ein Verdienst hoch anzurechnen. Sie aninmiert nämlich regelmässig zum Gebrauch einer grammatikalischen Form, die ein kümmerliches Schattendasein im aktiven Sprachschatz der meisten Normalbürger fristet: die vollendete Vergangenheit, kurz Futur zwei. Er wird geworden sein, der deutsche Wein. Und zwar, wenn es nach dem DWI geht, qualitativ höchst überzeugend, wenn nicht gar Spitzenklasse. Da braucht man keinen internationalen Vergleich zu scheuen.
Das haben wir übrigens in diesem Jahr auch ganz deutlich im Gespür. Der erste Schritt dazu ist jedenfalls gemacht, vorgestern und gestern haben wir den Rebschnitt für unsere beiden Parzellen so gut wie abschlossen. (für Interessierte: die eine Parzelle im moseltypischen einfachen Ganzbogen, die andere in Kronen-Erziehung). Und das bißchen, was jetzt noch dazwischenkommen kann, Hagel, Verrieselung und Frost, Mehltau der falschen und echten Art, der rote Brenner, Wildschweine und Federvieh soll uns von euphorischen Prognosen nicht abhalten: Große Klasse, wird er geworden sein, der 2013er Mannwerk, da sind wir uns jetzt schon verdammt sicher.
ps: ich habe gestern auch zum ersten mal unseren 2012er probiert. Es treibt einem die Tränen in die Augen, dass wir nur so wenig davon haben, denn der Wein ist wirklich große Klasse. Wenn das, was ich gestern probiert habe, so auf der Flasche landet, wird das unser bislang bester Wein. Mit Abstand. Aber wie gesagt, die zur Verfügung stehende Menge… Ach, es ist ein Elend. Eventuellen Interessenten sei jetzt schon gesagt, dass wir sicher werden zuteilen müssen…









