Und es gibt sie doch…
Man soll ja immer auch das Positive sehen: Ich bin langen keinem Korken mehr über den Weg gelaufen, der sich nach rund 15 Jahren so makellos präsentierte, wie das oben abgebildete Exemplar. Absolut perfekt…
Und der Wein dazu? Nun, ich würde sagen, ähnlich perfekt wie der Korken. Jetzt vermutlich auf den Höhepunkt (obwohl Tanin- und Säurestruktur sicherlich noch ein paar Jahre Lagerung zuließen), mit schönen Reifenoten, toller Kirschfrucht und immer noch frischer Säure. Über drei Tage getrunken, zeigt der Wein keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Für “nur” um einen “Zweitwein” hervorragend!

Und es gibt sie doch…

Man soll ja immer auch das Positive sehen: Ich bin langen keinem Korken mehr über den Weg gelaufen, der sich nach rund 15 Jahren so makellos präsentierte, wie das oben abgebildete Exemplar. Absolut perfekt…

Und der Wein dazu? Nun, ich würde sagen, ähnlich perfekt wie der Korken. Jetzt vermutlich auf den Höhepunkt (obwohl Tanin- und Säurestruktur sicherlich noch ein paar Jahre Lagerung zuließen), mit schönen Reifenoten, toller Kirschfrucht und immer noch frischer Säure. Über drei Tage getrunken, zeigt der Wein keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Für “nur” um einen “Zweitwein” hervorragend!

posted Vor 1 Jahr on Dezember 18th, 2012 at 11:59 /
tags: Shafer Napa Valley Korken
Comments

Let me enfold you… (a.k.a. Sirengesänge)

Fuckyeah, was ist das für ein Wein gerade im Glas: Forman Cabernet Sauvignon, Napa Valley 1996!

Kann ein Wein liebkosen? Doch, klar, der hier kann’s bestimmt. Weich und zart ist er und schmeichelnd. Viel dunkle, süße Frucht und seidig weiches Tannin küssen meinen Gaumen. Lang. Mit vielen, vielen Zungen. Überall. Kann ein Wein betören? Der hier jedenfalls tut’s ganz unverblümt…

Sail to me. Sail to me.
Let me enfold you… 

Hörst Du sein Rufen? Aber hinter den Gesängen ist noch mehr. Etwas wildes, animalisches. Versteckt sich. Tief unten. Blitzt immer nur ganz kurz hervor – und verheißt doch fast vom ersten Momen an: Tiefe. Oder sind es Abgründe?

Swim to me. Swim to me
let me enfold you…

Doch dann ist da wieder Schmeicheln. Und Werben. Die Sirenen. Sie rufen mich. Und so erliege ich. Gebe mich ihnen hin…

Here I am, here I am
– wating to hold you… 

Für die vermutlich sehr, sehr wenigen, die in der glücklichen Lage wären, in den Keller zu gehen und diesen Wein ebenfalls zu öffnen – ich würde das dringend empfehlen, der Wein ist jetzt auf seinem absoluten Höhepunkt.

Übrigens: Wer dann zu diesem Wein gern etwas Musik hören würde, für den hätte ich eine ganz dringende Empfehlung:

posted Vor 1 Jahr on Oktober 13th, 2012 at 22:18 /
tags: Forman Napa Valley Tim Buckley Song to Siren Cabernet Sauvignon
Comments

Alter Wein aus neuer Welt (a.k.a. Wein-Rallye Nr. 45)

                  

Nico von Drunken Monday hat zur Rallye gerufen und bei dem Thema - gereifte Weine - folgte ich nur zu gerne der Einladung von Marco zur gemeinsamen Rallye-Runde. Ich hatte mir vorgenommen, auch die erschwerende Zusatzbedingung, unter der Nico seine Rallye ursprünglich staffinden lassen wollte, zu erfüllen.

Und so ist mein Wein nicht nur im oder vor dem Jahr 2000 geerntet worden, nein, er stammt auch aus der “Neuen Welt”, namentlich aus Kalifornien. Es handelt sich um:

Ein Cabernet Sauvignon (mit 6% Cabernet Franc und 7% Merlot verschnitten), stattliche 14,2% Alkohol. Caymus ist das Weingut, mit dem ich vor langen Jahren die neue Welt für mich entdeckt habe. Inzwischen haben sich meine Vorlieben leicht verschoben (Shafer, Ridge), dazu kommt die Tatsache, dass die Weine von Caymus alles andere als günstig sind (vorbei die seligen Zeiten, als noch ältere Jahrgänge dieses Weins in einem Kölner Restaurant für mal gerade eben paarundzwanzig Mark gab.

Und so ist es kein Zufall, dass in meinem Keller nur noch eine einzelne Flasche von Caymus auf eine besondere Gelegenheit wartete. Und Drunken Mondays Aufruf zu Weinrallye Nr. 45 passte da wirklich perfekt. Aber nun zum Wein…

Betörend, anders kann man es nicht nennen, ist das, was da an Duft auf dem Glas strömt. Ungemein weich und rund und sanft, gleichzeitig von verschwnenderischer Opulenz und Dichte. Allem voran ist es reife Pflaume, die aus dem Glas strebt (man kann kaum glauben, dass es sich tatsächlich im wesentlichen um Cabernet Sauvignon handelt), gefolgt von dezenten Anklängen weihnachtlicher Gewürze (Zimt!) und weiteren Früchten (Kirsche, schw. Johannisbeere). Einfach alles an diesem Bouquet vermittelt den Eindruck von Reife. Von Reife wohlgemerkt, nicht von Überreife.

Denn bei aller Weichheit, bei aller Opulenz ist dieser Wein weit davon entfernt, jene strukturlose, marmeladige Breite zu vermitteln, die die Weine speziell aus dem Napa Valley einem gängiben Vorurteil nach aufweisen. Nix “Trinkmarmelade”, im Gegenteil. Dieser Wein ist tiefgründig. Ein Eindruck, der sich am Gaumen dann nochmal verstärkt. Unter der üppig-barocken Frucht liegt ein Gerüst von Mineralik und auch Säure, die dem Caymus ausreichend Struktur verleiht, um auch der intensiven Süße durch die Flaschenreife etwas entgegensetzen zu können.

Beim Stichwort Reife: der Wein ist jetzt auf dem Höhepunkt. Da wird er sich sicherlich noch ein paar Jahre halten, aber besser wird er nicht mehr werden. "Ha!", werden jetzt die Verächter der neuen Welt sagen, “da haben wir’s doch wieder! Da macht er schon schlapp, der Ami. Für einen Bordeaux wären 15 Jahre überhaupt kein Alter.” Das stimmt natürlich - und ist doch unfair zugleich. Denn es handelt sich bei diesem Caymus nicht um den Grand Vin, sondern “nur” den Zweitwein. Und Güter, deren Zweitweine so unbeschadet durch die Jahre kommen, findet man auch im Bordeaux nicht an jeder Ecke.

Ein Wort noch zum Thema Transparenz: auf dem Rücketikett des Caymus sind alle Traubenzulieferer für den Wein inklusive des Terroir, aus dem sie stammen und der Menge, die in die Cuvee eingegangen ist, genauestens aufgeführt. Da könnten sich europäische Winzer mal ein Beispiel dran nehmen, finde ich.

Übrigens: Wir tranken an diesem Abend noch einen weiteren Wein. Diesmal aus der alten Welt. Lynch Bages 1995 hatte mein großzügiger Gastgeben aus dem Keller geholt, um ihn gegen den vorlauten Amerikaner zu stellen…

Marco hatte sich für den 1995er anstelle des 1996er entschieden, meiner Erfahrung nach ein kluge Wahl, weil sich die 95er schon deutlich zugänglicher präsentieren als die 1996er, deren Taninberge wohl noch einige Jahre benötigen werden, bis sie sich völlig in die Weine integriert haben werden.

Aber leider wartete auf uns eine absolute Enttäuschung. Der Lynch Bages (immerhin oft als der “Mouton des kleinen Mannes” apostrophiert) präsentierte sind vollkommen fruchtbefreit und obwohl man im seien Klasse schon anschmecken konnte, schienen alle sensorischen Eindrück wie hinter einer Wand aus Watte verborgen. Unsere Vermutung: ein Flaschenfehler. Dafür sprächen auch die leicht laktischen Noten (Joghurt), die zwar schwach aber dennoch bemerkbar aus dem Glas herauswaberten. Schad drum.

posted Vor 2 Jahren on Mai 22nd, 2011 at 12:49 /
tags: Weinralley Weinrallye Napa Valley Caymus 1996 Lynch Bages
Comments
>