Mannwerk 2011

Darf ich vorstellen, unser zweiter Jahrgang: Mannwerk 2011. Wie im letzten Jahr: Steillagen-Riesling aus durchschnittlich 50-70 Jahre alten, wurzelechten Reben. Blauschiefer-Boden. Aber sonst ist vieles ganz anders: Ein völlig anderes Jahr, mit deutlich besseren Erträgen (rund 600 l) und einem völlig anderen Wein.

Noch liegt er auf der Hefe (deshalb die deutliche Trübung), aber er probiert sich schon sehr fein. Mit deutlich moderaterer Säure, dabei cremiger und fülliger als der 2010er. Ein Hauch von Kokos schwebt einem zur Zeit aus dem Glas entgegen.

Die spontane Gärung ist sauber durchgelaufen, der Wein wurde zur Vermeidung eines biologischen Säureabbaus inzwischen moderat geschwefelt. Er bleibt noch für kurze Zeit auf der Hefe im alten Holzfass, wird aber bald abgezogen, mit Hausenblase geschönt und moderat filtriert werden. Die Füllung folgt dann vermutlich im April.

Ende Mai/Anfang Juni sollte der Wein dann verfügbar sein. Die Vormerkungs-Liste ist übrigens seit geraumer Zeit eröffnet. Mail oder Tweet an mich genügt…

posted Vor 3 Monaten on Februar 21st, 2012 at 09:56 /
tags: Mannwerk St. Aldegund Himmelreich
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Darf ich vorstellen…

So sieht der Rote Brenner aus. Der sollte um diese Jahreszeit eigentlich nicht mehr vorkommen - aber Herrjeh…

Als ich mich dazu entschieden habe, mich an diesem kleinen, feinen Steillagenweinprojekt zu beteiligen, war das vor allem, weil ich dem Wein als und seiner Entstehung näher kommen wollte. Unmittelbarer verbunden sein mit Natur, Wetter und allen anderen Einflüssen auf den Wein.

Nun, was das betrifft, habe ich bisher nun wirklich wenig Grund zur Klage. Letztes Jahr gab’s die verrieselte Blüte im Frühjahr und dann Botrytis ohne Ende zur Ernte. Die Folge: Ertragseinbußen in wirklich dramatischer Höhe. Dieses Jahr lief es bis Juli nahezu perfekt. Der Spätfrost im Mai ist spurlos am Wingert vorübergegangen, unsere Parzellen wurden bisher vom Hagel verschont und nach anfänglicher Trockenheit bekamen die Reben auch genug Wasser.

Aber seit 14 Tagen: der Rote Brenner. Am Sonntag sind wir rund 6 Stunden lang durch das Himmelreich gestiegen und haben an kranken Blättern herausgeschnitten, was eben ging. Wenigstens die Trauben sehen zur Zeit noch kerngesund aus. Aber bei den Temperaturen sollte es jetzt bitte besser möglichst trocken bleiben…

posted Vor 9 Monaten on August 23rd, 2011 at 19:12 /
tags: Mannwerk St. Aldegund Rebkrankheiten
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Eine Frage der Erziehung…

Von links nach rechts: Doppelbogen- oder Herzerziehung, Rundbogen, Kronenerziehung - die typischen Einzelpfahl-Rebschnitte an Mosel-Steillagen.

          

Die Bilder stammen übrigens aus dem Himmelreich. Dem in St. Aldegund. Das übrigens, in zugegebenermaßen ganz kleinen Teilen jetzt auch mein Himmelreich ist. Ja, buchstäblich. Im Klartext: Seit kurzem bin ich stolzer Mitbesitzer dreier klitzekleiner Parzellen Schiefer-Steillage, bestockt mit allerfeinstem wurzelechten Riesling.

Keine Angst, “Allem Anfang…” wird nicht nicht zum reinen Winzerblog mutieren. Aber der ein oder andere Post über den Verlauf des Weinjahres wird sich an dieser Stelle in Zukunft schon finden. Neben Lobliedern auf die Finesse und Feinheit von Schieferböden geprägter, mineralischer, wur-zel-ech-ter(!) Rieslinge, versteht sich.

And now for something completely different…

posted Vor 1 Jahr on April 5th, 2011 at 10:16 /
tags: Himmelreich grau/blau St. Aldegund Rebschnitt Reberziehung
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Gute Zeiten, schlechte Zeiten… (a.k.a Jahrgang 2010/Untermosel)

Ein kurzer Servicebeitrag während ich selbst zu einem Kurzbesuch in London weile (von dem hier und an anderen Stellen sicher noch zu lesen sein wird): Freuden des deutschen Rieslings, insbesondere solchen von der Mosel empfehle ich dringend, ihre Bestände am schönen Jahrgang 2009 aufzustocken. Der Jahrgang 2010 ist - nach Auskünften eines Winzers vor Ort “der schwierigste Jahrgang seit 30 Jahren” mit drastischen Ertragseinbußen und massiven Problemen mit der Boytritis.

Wir haben am Sonntag im St. Aldegunder Himmelreich 3 Steillagen-Parzellen von insg. 0,25ha gelesen und - siehe Foto - Traubenmaterial erhalten, das zwar um die 82 bis 83 Oechsle - mithin also ausreichend Potential für einen klassischen Mosel-Kabinett – und eine recht robuste Säure hat, andererseits aber auch ganz massiv von Boytritis befallen ist (die wenigen Trauben, die auch von Schwarzfäule betroffen waren, haben wir schon bei der Lese ausselektioniert). Im Keller kann man zwar noch eine Menge zur Verbesserung unternehmen, aber ich fürchte, leichte boytritische Noten werden das untrügliche Kennzeichen dieses Jahrgang werden.

Freunde absolut reintöniger Rieslinge werden also kaum auf ihre Kosten kommen. Trotzdem werde ich mir natürlich von den gestern gelesenen Weinen einige Flaschen in den Keller legen, schon allein, weil weite Teile des Flascheninhalts auf meinen Schultern aus dem Berg herausgetragen wurden.

posted Vor 1 Jahr on Oktober 10th, 2010 at 16:55 /
tags: St. Aldegund Himmelreich Riesling Boytritis
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