Old School Geflügel

Auf einer metallisch glänzenden Platte von durchaus imposanten Ausmaßen ruht eine mit einem kräftigen Handrad versehene Spindel, an deren anderem Ende ein kräftiger Stempel in einem mit Verzierungen versehenen Dreifuß endet. Alle Oberflächen funkeln in poliertem Silber. Ein wenig wirkt es, als ob Ludwig Mooshammer - oder, für die jüngeren unter Euch, Harald Glööckler – für seine ganz private Vision einer Druckerpresse realisiert hätte.

Aber ich befinde mich nicht in den Privatgemächern deutscher C-Liga Mode-Designer mit Zuckerbäcker-Ambitionen, ich befinde mich in einem 1-Sterne-Restaurant vor den Toren der Stadt Köln, genauer gesagt, im Husarenquartier in Erftstadt. Und das, was dienstbare Geister da gerade am Kopfende unseres Tisches aufgebaut haben, ist zwar tatsächlich eine Presse, aber eben keine zur Herstellung von Druckerzeugnissen gleich welcher Art, sondern ein inzwischen recht selten gewordenes Werkzeug kulinarischer Natur, es handelt sich um eine Entenpresse.

Und Canard au sang, zu deutsch Blutente, ist das Gericht, dass damit zubereitet wird – und zwar, so wie es sich gehört, mit einer Challans-Ente…

(TBC)

posted Vor 1 Jahr on Dezember 10th, 2012 at 11:19 /
tags: Siebeck Husarenquartier Tour d'Argent Entenpresse Chalon-Ente
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