Einfach schön…
(via Yvonne Niewerth)
Einfach schön…
(via Yvonne Niewerth)

Es entbehrt nicht einer ziemlich bitteren Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Dirk Würtz in einem Kommentar auf einen Blogeintrag Martin Kösslers alles andere als zu unrecht mehr Individualität und inhaltliches Engagement, mehr Unverwechselbarkeit und letztlich auch mehr Kompetenz in der deutschen Weinhandels-Szene einfordert, einer gerade in dieser Beziehung (und nicht nur meiner Meinung nach) herausragendsten deutschen Internet-Shops die Segel streichen muss: der Shop von Originalverkorkt.de befindet sich nämlich traurigerweise seit gestern im Ausverkaufs-Status. Über die Gründe warum wird vielleicht zu einem spätereren Zeitpunkt noch einmal zu reden sein. Für heute sollen zwei hier Bemerkungen reichen:
1.) Verdammte Scheiße, ist das traurig!
2.) KAUFT DEM MANN BIS ZUM 2O. JANUAR DEN LADEN LEER!
Und zwar im durchaus im ureigensten Interesse. Denn fernab der von Dirk Würtz zu recht beklagten Uniformität des Angebots verschwindet da ein Sortiment , dass als nahezu mustergültige Erwiderung der von Dirk konstatierten Defizite hätte gelten können. Eines dem man zu jeder Zeit vor allem eines angemerkt hat: die Liebe zum und die Begeisterung für den Wein. Ich bin mir sicher: nicht nur ich werde dieses Angebot noch schmerzlich vermissen.
Wenigstens wird uns Christoph als Blogger erhalten bleiben. Wenigstens die Chance auf potentielle Entdeckungen wie die auf dem Foto oben (ein Wein, von dem ich ohne Christoph vermutlich nie oder doch erst viel, viel gehört hätte: trotzdem vielleicht nicht der Beste, aber sicherlich der BEGEISTERNDSTE Wein einer Probe, in der ansonsten wirklich alle Spitzen des Languedoc versammelt waren - und das zu einem 1/5 des Preises seiner Konkurrenten) bleibt uns also erhalten. Doch im Moment empfinde ich das als nur sehr, sehr schwachen Trost.
EDIT: Ich finde den Gedanken von Fritz Zickuhr in den Kommentaren so interessant, dass ich mir erlaube, hier darauf hinzuweisen. Ist es wirklich so, dass auch der vermeintliche Weinkenner die allseits bekannten Standards braucht, um sich wohlzufühlen und regelmässig wiederzukommen? Meinungen dazu sind in den Kommentaren hochwillkommen.
…war übrigens hiermit verschlossen:
Ein 1999er war’s. Zudem aus gutem Hause. Genauer gesagt von hier. Den Besuch der Domaine kann ich übrigens wärmstens empfehlen. Ich hatte vor einigen Jahren mal das Vergnügen. Selten bin ich so großzügig, mit soviel Liebe zum Detail und Charme durch das Programm des Hauses geführt worden, wie ebenda.
Burgunder, hach…
Beiträge entweder per Mail oder dort in den Kommentaren. Ich bin gespannt auf Eure Entdeckungen…
…mein Sommer war jedenfalls sehr groß, und nun wird es wirklich Zeit. Allerhöchste sogar. Und zwar für hierfür:

Startnummer 38, vom Oktober 2010. Die Ehre der Gastgeberschaft wird diesmal mir, dem Marqueee von “Allem Anfang…”, zuteil.
Zugegeben, ich übernehme den Staffelstab von baccantus ziemlich spät, wofür ich mich bei der Gelegenheit bei ihm und allen Weinralley-Freunden entschuldigen möchte. Seine Rallye, die um die Weißen aus dem Midi, habe ich auch noch verpaßt - und das ausgerechnet deshalb, weil ich genau zu der Zeit eben dort Urlaub gemacht habe (und einen weißen von Mas Soleia getrunken, der so schön ins Thema gepasst hätte).
Aber richten wir den Blick nach vorn. Um Euch also wenigstens noch ein bißchen Zeit zu geben, eine zum Thema passende Flasche zu besorgen, lege ich den Termin für die Ralley auf den offiziellen WELTSPARTAG, der den Protestanten unter Euch auch als Reformationstag bekannt ist, also auf den 31. Oktober (der diesmal auf einen Sonntag fällt).
Das Thema für diesen Tag lautet…

…schlicht und ergreifend UNDERDOG SCHEUREBE.
Wie unter anderem an den vielen Postings zum Thema Rosé in diesem Sommer zu sehen, habe ich ja ein Faible für vinologische Underdogs. Weine, Rebsorten, Regionen, auf die man stets etwas despektierlich blickt. Die Scheurebe ist ganz sicher auch so ein Misfit.
Obwohl sie zu den ganz wenigen Neuzüchtungen gehört, die Beachtung verdienen, sinkt die Anbaufläche hierzuland seit Jahren. Ich persönlich bedauere das sehr, liefert die Scheurebe doch bei vernünftiger Behandlung expressiv aromatische und sehr komplexe Weine. Falls Euch das Thema noch gar nichts sagt - einen ersten Einblick gibt der Artikel zur Scheurebe in der Wikipedia. Und hinter diesem Link findet sich ein Protokoll zu einer umfangreichen (und damals von mir zusammengestellten) Scheureben-Probe.
Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht sagen - ich will schließlich Euren Beiträgen nicht zu sehr vorweggreifen. Willkommen ist also alles, was sich - im weitesten Sinne - mit der Scheurebe befasst. Um den in der diesbezüglichen Diaspora (wie z.B. Frankreich) lebenden Rallye-Freunden die Teilnahme ebenfalls möglich zu machen, sind also auch Beiträge zugelassen, die dem intensiv-expressiven aromatischen Wesen der Scheurebe bei anderen Rebsorten nachspüren – der Sauvignon Blanc wird in diesem Zusammenhang oft als “Bruder-Rebsorte” genannt (obwohl genetisch nicht sonderlich nah miteinander verwandt). Oder gibt es gar vergleichbare Neuzüchtungen auch in Frankreich? In der Schweiz gibt es laut Wikipedia immerhin ansehnliche 4,7ha, die mit Scheurebe bepflanzt sind.
So oder so: Hinweise auf Beiträge bitte wie gehabt entweder hier in den Kommentaren zu diesem Posting (Achtung, meine Kommentare sind moderiert, es kann also einen Moment dauern, bis sie freigeschaltet sind/erscheinen), oder aber gerne auch per Mail an allemanfang[ät]googlemail.com. Falls jemand ohne eigenes Blog mitmachen möchte, stelle ich hier bei mir natürlich gerne das ein oder andere Gästezimmer zur Verfügung. Schickt mir Euren Beitrag einfach per Mail, ich poste ihn dann hier am Tag der Rallye. Alle weiteren Spielregeln findet ihr beim Initiator dieser wunderschönen Reihe, also im Blog von Thomas Lippert.
Ich würde mich über eine rege Beteiligung an der Rallye sehr freuen. Und wäre Euch aus diesem Grund auch sehr dankbar, wenn Ihr den Aufruf dazu möglichst bekannt macht, repostet, twittert, etc…
Über die Versuche des Weinguts St. Antony, die ausgetretenen Pfade des Wein-Marketings zu verlassen hatte ich ja schon einmal an anderer Stelle berichtet.
Gestern nun fand sich vor meiner Tür ein weiteres Paket aus Rheinhessen, darin 2 weitere Flaschen des aktuellen Jahrgangs für die zwote Hälfte des – für meinen Geschmack vielleicht eine Spur zu reißerisch benannten – “St. Antony Pre-Test”.
Diesmal sind es der 09er Weißburgunder und der 09er Rotschiefer, die zur Verkostung anstanden…
…also Menschen wie mich, die mit Ausnahme gelegentlicher Benutzung der wenigen im Rheinland verbliebenen Besatzer-Vokabeln nicht in der Lage sind, in der Sprache des ehemaligen Erbfeinds zu parlieren. Für eben solche stellt nämlich die korrekte Aussprache der diversen Chateaus, Clos und Domaines des Lands auf der - aus Kölner Sicht - richtigen Rheinseite mitunter eine verdammt schwere Herausforderung dar.
Wer, wie ich, in seinem Leben nicht eine Stunde Französisch-Unterricht genossen hat, für den kann die Bestellung aus der gutgefüllten Weinkarte eines besseren Restaurants so zur von einem Meer von Peinlichkeit wütend umtosten Klippe werden. Die es aber dennoch wacker zu umschiffen gilt – insbesondere, wenn sich auf der Gegenseite des Tisches das von romantischem Kerzenlicht beschienene Antlitz von - sagen wir einmal: Chantal oder Jacqueline oder Marie-Therese abzeichnet. Denn auch wenn Trägerinnen solcher Namen gar nicht einmal so selten allenfalls unwesentlich fester im französischen Sprachsattel sitzen als man selbst, erwarten sie vom galanten Begleiter nichtsdestotrotz den souverän weltmännischen Umgang mit Weinkellner und -Bestellung. “Ich hätte gerne …äh, DEN hier!” begleitet von energischem Tippen auf die entsprechende Position der Weinkarte stellt dann ebensowenig eine echte Option dar, wie das konsequente Ausweichen auf phonetisch unbedenklichere Ware aus der Neuen Welt, auch nicht unter dem Verweis “dass diese Weine Übersee ja so ein wahnsinnig tolles Preis/Leistungs-Verhältnis haben”.
Nein, manchmal muss es eben unbedingt der 1986er Lynch-Bages (Löhnsch-Baaahsch? Lünch-Basch? Linch-Bahdsch?) sein, schon allein, weil der einem sicher nicht noch einmal für fast geschenkte zwohundertfünfzig Ocken über den Weg laufen wird.
Für Menschen, die sich auf diese Herausforderungen angemessen vorbereiten möchten, gibt es jetzt endlich eine Lösung. Und zwar in Form des
Die Aussprache von über 300 verschiedenen Chateaus ist hier ebenso einfach wie praktisch zum anklicken als Hörprobe versammelt.
…hat wieder zugeschlagen:

Mein überaus geschätzter Weinfreund D. hatte wieder eine Weinprobe zusammengestellt - und ich war einer der Glücklichen, die mitprobieren durften. Nachdem im November die Uhlen-Rieslinge von Heymann-Löwenstein sein Thema waren, ging es diesmal Richtung Bordeaux, Unterbereich Margaux. Das Chateau Palmer stand diesmal im Focus unserer Aufmerksamkeit. Insgesamt 21 Jahrgänge von den späten 70ern bis zum Jahr 2004 hatte D. zu einem hochspannenden Paket zusammengeschnürt – und dies zu einem Preis, der von heutzutage marktüblichen ungefähr ebenso angenehm weit entfernt blieb, wie Guido Westerwelle von der absoluten Mehrheit im Bundestag.
Wie immer habe ich keine detaillierten Verkostungsnotizen zu den einzelnen Weinen gemacht, werde aber den Link zum “offiziellen” Protokoll der Probe unmittelbar nach dessen Erscheinen hier nachtragen. Von mir vorab nur die Anmerkung, dass neben den “üblichen Verdächtigen” wie 1990 und 2000 auch 1999 und 2002 überraschend ansprechend waren, und auch der 1991er (jetzt schon zum 2. Mal!) dem wirklich üblen Ruf seines Jahrgangs ganz und gar nicht gerecht werden wollte. Am überraschendsten aber war die Erkenntnis, dass alle Weine immer noch mit Genuß trinkbar waren – auch jene Jahrgänge, die nach gängiger Experten-Meinung schon längst getrunken sein sollten. Sicher, der ein oder andere Jahrgang hatte seinen Zenit schon mehr oder minder deutlich überschritten, aber Weine, die wirklich nur noch aus einem rein wissenschaftlich-lexikalischen Interesse heraus zu trinken sind, waren in der Probe nicht vertreten. Dafür hätte ich vorher nicht meine Hand ins Feuer legen wollen.
Auch dieses Mal (wie eigentlich immer bei D.s Proben) wurden die Weine blind (also mit verdeckten Etiketten) getrunken, eine Vorgehensweise, die ich zum Erkenntnisgewinn jedem Weinfreund eindringlich ans Herz lege. Den verdeckte Proben gewährleisten nicht nur ein weitgehend vorurteilsfreies Herangehen an die einzelnen Weine, sie weisen auch mit regelmässiger Sicherheit den inneren Experten ganz entschieden in seine Schranken und lehren so, in Sachen Weinkennerschaft demütig (und offen!) zu bleiben.
Für die Erfahrung, den Genuß und das mit der Probe verbundene Vergnügen möchte ich D. noch einmal ausdrücklich danken. Nicht erst seit dieser Runde darf er sich - ganz, ohne rot zur werden, sondern ganz im Gegenteil mit stolzgeschwellter Brust – den Ehrentitel “unser Man für dasdie Horizontale” in Anspruch nehmen.

Das Niersteiner Weingut St. Antony blickt auf eine Geschichte rund 250 Jahren zurück. Doch Wein wird dort erst seit 1920 gefüllt (vorher war man Kalksteingrube). Seit dem Verkauf durch die MAN AG im Jahr 2005 setzt man vermehrt auf die Produktion hochwertiger Spitzenweine und beschreitet auch beim Marketing ausgesprochen neue und moderne Pfade.
Vor geraumer Zeit erging beispielsweise über diverse einschlägige 2.0-Kanäle in Aufruf an die Werte Webgemeinde, des Inhalts, man möge sich doch bitte per Facebook-Statuszeile oder Tweet melden, so man Interesse daran habe, 2 der Weine aus der aktuellen 09er Kollektion zur Vorab-Verkostung (bezogen auf den offiziellen Verkaufsstart am Gut) kostenlos zugeschickt zu bekommen. Einzige erwartete Gegenleistung: Eine kurze Notiz darüber bei Facebook, Twitter oder im eigenen Blog…